Archiv
Drei Schätze auf dem Krippenweg

Donnerstag, 06.12.2007, 19:12 Uhr

Mettingen. „Sie ist rund 80 Jahre alt“, weiß Mechthild Schürmann . Seit ungefähr 60 Jahren sei die Krippe, die vorher den Schwestern im ehemaligen Agatha-Stift gehört hatte, im Besitz ihrer Familie. Die Nummer 24 des Mettinger Krippenwegs ist also ein wirklich altes Schätzchen, das bis zum 6. Januar seinen Platz im Schaufenster des Drogeriemarktes „Ihr Platz“ hat. Nicht alles habe sie aufbauen können, sagt Mechthild Schürmann, dafür sei nicht genug Platz gewesen.

Außerdem sei das gute Stück schon so alt, dass es einige Macken habe. Der Kopf des Josef sei nur notdürftig angeklebt, eine Figur sei kaputt und deshalb nicht dabei, auch einige Schafe fehlten. Die Figuren sind aus Gips und gehen leicht kaputt, aber für Mechthild Schürmann sind sie ein Stück Kindheitserinnerung. „Mein Vater hat sie immer so schön aufgebaut, mit Tannengrün und Moos, da stimmte alles“, denkt sie zurück. Selbst das Lagerfeuer habe er so gestaltet, dass es aussah, als brenne ein echtes Feuer. Schon im vergangenen Jahr war die Familienkrippe Teil des Krippenwegs. Da war ihr Vater, Karl Hettlage, wohl ein bisschen stolz, glaubt die Tochter.

Nicht ganz so viele Jahre hat die Wandelkrippe von Anni Schulte aus Rheine auf dem Buckel. Vor zehn Jahren hat sie Stall, Figuren und Tiere aus Lindenholz geschnitzt. Mit viel Grün dekoriert ist sie im Augenblick an der Station 35 im Terrassenhaus zu bewundern. „Die großen Tiere wie Ochs und Esel sind aus einem Block gehauen“, erklärt die 68-jährige Hobbybildhauerin. Die Figuren seien beweglich, Hände, Füße und Kopf also einzeln geschnitzt, fährt sie fort. Anni Schulte hat viel Wert auf die Details gelegt. Die Kleider der Figuren sind selbst genäht, der Umhang des schwarzen Königs ist aus einem alten Brokatstoff, der einmal Teil eines Messgewands war. „Und das Fell der Schäfchen stammt von echten Schafen“, betont sie.

Diese und zwei weitere ihrer Krippen sind eher zufällig im Tüöttendorf gelandet. Im Oktober habe sie die beiden Initiatorinnen des Krippenwegs auf einem Fest des Heimatvereins kennengelernt und so von der Ausstellung erfahren, erzählt die „Touristin“, die immer wieder gerne nach Mettingen kommt. Sie habe ihnen angeboten, einige Modelle zu verwenden. Mechthild Frehe und Annette Nagelmann-Knuf waren begeistert und wählten drei für den Krippenweg aus. Besonders schön sei eine Krippe mit Figuren in Trachtenkleidung gewesen, erinnert sich Mechthild Frehe. Leider war sie jedoch zu groß für die Ausstellung, bedauert sie.

Eine ganz andere Geschichte hat die Krippe Nummer 25 am Infostand des Heimatvereins auf dem Parkplatz hinter der St.-Agatha-Kirche. Der Mettinger Clemens Suthe hat bereits im Sommer mit seinem Werk begonnen, unter erschwerten Bedingungen, schließlich durften Gebäude, Figuren, Tiere und Landschaft nicht dicker als vier Zentimeter sein. „Sonst wäre die Tür vom Schaukasten nicht mehr zugegangen“, erklärt Suthe. Für den Stall hat sich das Vorstandsmitglied des Heimatvereins vom Heimathaus in Wiehe inspirieren lassen, Tiere, Figuren und Tannenbäume sind aus Tannenholz geschnitzt. Auch im kommenden Jahr will Suthe beim Mettinger Krippenweg dabei sein. „Ich bin nicht derjenige, der auf dem Stuhl sitzt und sich ausruht“, stellt er fest.

Interessierte können den Flyer zu den 68 Stationen des Mettinger Krippenwegs auch aus dem Internet herunterladen. Einfach unter www.mettingen.de die Seite „Krippenweg“ anklicken.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/570772?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596999%2F597000%2F
Nachrichten-Ticker