Rot Weiss Ahlen
Werkzeuge besser zur Geltung bringen

Donnerstag, 24.01.2008, 15:01 Uhr

Ahlen . „Als Schreiner kann man nur so gut sein, wie seine Werkzeuge “, sagt Ilyas Celik . Er muss es wissen, schließlich ist er gelernter Schreiner. Der Trainer der RW B2-Junioren bemüht ein Bild, um den Zustand seiner Mannschaft zu beschreiben. Diese überwintert auf einem neunten Platz, mit dem sich das Team letztlich unter Wert verkaufte. Zwar haben die Rot-Weißen genügend Puffer auf die Abstiegszone, aber mindestens ebenso viel Luft nach oben. Und das sowohl tabellarisch als auch in punkto Leistung. Es fehlt ganz einfach an Beständigkeit. „Wir hatten viel Verletzungspech und ein bisschen Glück hat auch gefehlt“, nennt Ilyas Celik seinen Befund. Vier Siegen stehen zwei Remis und sechs Niederlagen gegenüber. „In der Rückrunde wollen wir mehr Spiele gewinnen als verlieren.“

Die gleiche Mission verfolgen auch die C1-Junioren, die nach Ablauf der Hinrunde auf einem Abstiegsrang stehen. Nur einmal ging das Team von Peter Feldkötter und Ralf Müller als Sieger vom Platz. Neunmal musste RW eine Schlappe schlucken. Nur Düsseldorf und Köln stehen noch schlechter da. „In der Regionalliga ist es so, dass Qualität und Substanz entscheiden“, weiß Peter Feldkötter. Gerade daran aber mangelt es bei Rot-Weiß. Wille und Leidenschaft sind bei seinen Kickern stets vorhanden, läuferisch und taktisch werden ebenfalls gute Leistungen abgeliefert. Aber im Umgang mit dem Ball klaffen im Vergleich zur Liga-Konkurrenz gewaltige Lücken. Oft hätte auch die „Ehrfurcht vor den großen Namen den Ausschlag gegeben“. Dortmund, Schalke, Köln sind eben andere Gegner als die vormaligen Kirchlengern, Dützen oder Wickede. Trotz alledem behält sich Peter Feldkötter seine Zuversicht: „Wir haben nichts mehr zu verlieren. Warum sollten wir nicht die sechs bis acht Spiele, die wir in der Hinrunde mit einem Tor verloren haben, in der Rückrunde mit einem Tor Unterschied gewinnen?“

Eine Frage, die sich René Hecker gar nicht stellt. Seine B1-Junioren sind das einzige Team im Leistungsbereich der RW-Junioren, das momentan Anspruch und Wirklichkeit vereinen kann. Das war allerdings auch nicht immer so. Nach anfänglichen Erfolgen setzte eine Dürreperiode ein. Zweifel kamen auf – am Potenzial der Mannschaft, am womöglich zu hoch gesteckten Saisonziel. Mittlerweile sind die Zweifler aber wieder verstummt, weil sich Heckers Garde besonnen hat und dank eines souveränen Schlussspurts Platz vier belegt und lediglich drei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Eintracht Dortmund aufweist. „Bei unserer Durststrecke hat uns die Ruhe gefehlt. Das alles war eine Kopfsache. Wir waren zu schnell zu ungeduldig. Inzwischen haben wir aber einen Reifeprozess hingelegt“, jubiliert René Hecker.

Der blieb bei den A-Junioren bis dato aus. Martin Hanskötter erlebte die schwächste Hinserie seiner Zeit bei RW. Die erwartete Reife bei seinen Jungs blieb aus. Stattdessen hechelt man in der Junioren-Bundesliga der Konkurrenz hinterher, belegt Platz zwölf und ist damit arg in Bedrängnis geraten. „Sechs bis sieben Punkte fehlen. Die hätten wir ohne weiteres holen können“, hadert Hanskötter. Doch eine Menge Verletzungssorgen und kleinere interne Reibereien verhinderten mehr Punkte auf dem Konto. Ein Ausrufezeichen vermochte indes Marco Reus zu setzen. Er schoss sechs von 16 Toren, zeigte nach anfänglichen Problemen etliche starke Leistungen und wurde zurecht in den Regionalliga-Kader befördert. „Das ist für unsere Ausbildung ein gutes Zeichen“, befindet Martin Hanskötter. Der RW-Trainer fordert von seiner Equipe für die Rückrunde eine „klare Identifikation mit dem Verein und der Sache“. Die (leider nur) teilweise brillanten Leistungen müssen von seinen Spielern konserviert und erneut gezeigt werden. Dafür muss der Schreiner Hanskötter – ebenso wie seine Kollegen Hecker, Celik und Feldkötter – seinen Werkzeugen weiterhin den richtigen Schliff verpassen. Denn von allein sind die Werkzeuge nicht angemessen funktionstüchtig. Erst der geschickte Handwerker vermag sie richtig zu nutzen. Und erst gute Werkzeuge machen den Schreiner zu einem guten Handwerker.

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