IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land
Kein fremdes Pflaster für den Neuen

Montag, 11.02.2008, 18:02 Uhr

Ibbenbüren . Ibbenbüren ist für ihn kein fremdes Pflaster. Klemens Vermillion , neuer Leiter der Agentur für Arbeit , Geschäftsstellenbezirk Ibbenbüren, war schon mal zwei Jahre dort als Berater tätig. Die Stadt sei sehr schön; umziehen will der Rheinenser, Vater zweier Kinder, aber nicht. Gestern hatte der neue Chef der 45 Mitarbeiter der Geschäftsstelle Ibbenbüren seinen ersten Arbeitstag. Der 49-Jährige tritt die Nachfolge von Rainer Brömmelhaus an, der im vergangenen Jahr als Controllingleiter zur Agentur für Arbeit Osnabrück wechselte.

Eigentlich hatte Vermillion mal Sport und Geographie in der Sekundarstufe I unterrichten wollen. Aber damals waren Lehrerstellen rar, und so kam Vermillion zur Agentur für Arbeit. Dort durchlief er die unterschiedlichsten Stationen. Zuletzt war er Teamleiter der Arbeitsvermittlung in der Hauptagentur Rheine .

„Er bringt alles mit“, versicherte gestern Reinhold Strunck-Erpenstein, Leiter der Agentur für Arbeit Rheine. Zudem sei er sich sicher, dass Vermillion Spaß an seiner Arbeit im Bezirk Ibbenbüren haben werde. Der habe ja in den vergangenen zwölf Monaten eine freudige Entwicklung genommen. Die Arbeitslosenquote liege bei 4,4 Prozent. „Letztes Jahr lagen wir bei 5,8 Prozent.“

Allerdings, dämpft er die Höhenflüge, gebe es sicherlich Zukunftsprobleme und -ängste. So beispielsweise ganz aktuell die Entlassungen bei Karmann, die sicherlich auch Ibbenbürener und Menschen aus den umliegenden Gemeinden treffe. Und, so Strunck-Erpenstein: Man müsse die Situation der Zeche im Auge behalten. Wenn die Revisionsklausel 2012 nicht ziehe, beginne die Umstrukturierung. „Wenn das so sein sollte, müssen wir uns ganz anders aufstellen. Dann sind wir sehr stark gefordert.“

Die „guten Daten und Zahlen“ in Ibbenbüren wolle er natürlich auf Dauer erhalten, so Vermillion. Für das erste Halbjahr 2008 würden die Zahlen seiner Meinung nach noch besser, im zweiten Halbjahr eher schlechter.

Neben seinen anderen Aufgaben will sich der Neue vor allem um Betriebe kümmern – die Agentur unterhält einen Service für Arbeitgeber. „Mittlerweile liegt unsere Einschaltquote bei 50 Prozent“, so Strunck-Erpenstein. Das heiße, jede zweite Stelle werde dem Arbeitsamt gemeldet. Sowohl die Dienstleistung für die Arbeitgeber aber auch deren Zufriedenheit seien gestiegen. Bei einer Befragung hätten die Arbeitgeber dem Arbeitsamt eine Schulnote von 2,3 gegeben. Von den Bewerbern gab‘s eine 2,7. Dort lag die Bewertung aber auch schon mal jenseits der 3. „Da hat sich was getan.“

Angesichts des schon jetzt festzustellenden Fachkräftemangels müsse der künftige Fokus der Arbeit vor allen Dingen auf Ausbildung und Weiterbildung gelegt werden. „Der überwiegende Bedarf kann hier gedeckt werden“, prognostiziert Strunck-Erpenstein.

Und Vermillion ergänzt, dass es natürlich ein Vorteil sei, dass die Menschen hier sehr bodenständig seien. Ein Problem, so Strunck-Erpenstein, werde allerdings, Top- und Spezialkräfte in die ländliche Region zu holen. „Da müssen sich einige Firmen sicher nach der Decke strecken.“ Aber es gebe schon jetzt sehr positive Beispiele von Firmen, die beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf forcierten und sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter bemühten.

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