Rot Weiss Ahlen
Chitsulo glänzt als Eintänzer

Mittwoch, 28.12.2011, 21:47 Uhr

Dresden / Ahlen . Frauenkirche, Semperoper, Zwinger, Altmarkt, Münzgasse – keine Frage, alles schön anzusehen und ein lohnenswertes Besichtigungsprogramm für den ein- oder mehrtägigen Besuch in Dresden, der Stadt, die sich zurecht Elbflorenz nennt. Deshalb kommen natürlich auch Touristen aus Ahlen voll auf ihre Kosten, wenn sie sich auf die 525-Kilometer-Reise in Sachsens Hauptstadt machen. Schmückten sie hingegen ihren Aufenthalt in den vergangenen Jahren mit einem sportlichen Beiprogramm, nämlich mit einem der bislang drei Gastspiele von Rot-Weiß Ahlen im altehrwürdigen Rudolf-Harbig-Stadion, war es vorbei mit der guten Touristenlaune. Dies lag allerdings weniger an der baufälligen Anlage in der Nähe der VW-Manufaktur, sondern einzig und allein an den mickrigen Resultaten der heimischen Kicker. Seit Samstag ist jedoch alles anders. Nach drei Niederlagen in Folge (1:3, 1:3 und 1:2) beendeten die heimischen Regionalliga-Kicker diese Negativserie und entführten beim verdienten 3:1 (0:1)-Erfolg nicht nur gleich alle drei Zähler, sondern eiferten mit diesem Sieg auch ihrem Chefcoach nach, der ein solches Erfolgserlebnis schon vor Jahren hatte: „Ja, es stimmt, ich habe als Profi schon hier in Dresden gewonnen und dabei sogar einen Treffer erzielt“, schmunzelte Christian Wück . „Doch der Erfolg heute ist wichtiger“, will er Vergangenes ruhen lassen und nur nach vorne schauen. Dort rückt die Qualifikation für die Dritte Liga immer näher, mathematisch betrachtet fehlen hierfür aus zehn noch ausstehenden Spielen noch zehn Punkte.

Kurz zuvor hatte er seine Spieler noch im Mittelkreis versammelt, um anschließend – angetrieben von Vortänzer Daniel Chitsulo – unter den Klängen von Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht“, per Jubelfoxtrott auf die 50 mitgereisten begeisterten Fans zuzusteuern und sich von diesen feiern zu lassen.

Teamgeist pur in diesen Sekunden der Freude, der vergessen ließ, dass knapp 60 Minuten zuvor kurz die vierte Niederlagen in Dresden gedroht hatte. Antriebsschwach, mutlos, konzeptlos, so präsentierten sich Wücks Mannen in der ersten halben Stunde, in der sie nach vergebener Riesenchance des starken Grover Gibson (versiebte in der 19. Minute aus sieben Metern) mit 0:1 zurücklagen, weil Dresdens Sebastian Pelzer in der 23. Minute trotz intensiver Warnung von Christian Wück frei flanken konnte und Dynamo-Torjäger Pavel Drobny einen Schritt schneller als Marinko Miletic war. Manuel Lenz – im weiteren Verlauf wieder guter Rückhalt seiner Elf – war in dieser Szene machtlos und Rot-Weiß ein wenig von der Rolle.

Nur gut, dass Christian Wück seine Spieler in der Pause zurecht und sehr lautstark an deren zuletzt gute Leistungen erinnerte, mehr Einsatz, Wille und Selbstbewusstsein forderte. Sie nahmen sich dies zu Herzen und knüpften direkt nach Wiederanpfiff an die schon ermutigenden letzten sieben, acht Minuten des ersten Durchganges an. Hierbei half ein Traumstart in die zweite Spielhälfte. Erst Baldo di Gregorios langer Fuß nach einem Großkreutz-Freistoß (46.), kurz darauf Lars Toborgs Direktschuss, als er einen abprallenden Ball unhaltbar ins kurze Eck drosch (52.). „Wenn es einmal läuft, dann fallen auch solche Tore“, freute sich der Schütze über seinen 18. Saisontreffer. Und als Kevin Großkreutz zwei Minuten vor dem Ende nach einem Zauberpass von Marco Reus Dresdens Abwehrreihen wie einst „Ente“ Lippens zu seinen besten Zeiten narrte und RW vorentscheidend mit 3:1 in Führung brachte, kam das Lob für Ahlens Rechtsaußen aus berufenem Mund: „Ein unglaublicher Treffer von Kevin“, diktierte Lars Toborg den Journalisten in die Blöcke.

Derweil gingen die Dresdener Spieler mit hängenden Köpfen durch den Spielertunnel. Zwar hatten sie nach Ahlens 2:1 das Spielgeschehen wieder in die Hand nehmen können, doch richtig dicke Torchancen erspielten sie sich dank einer jetzt stabilen Ahlener Defensive nicht mehr – der Auswärtssieg war perfekt.

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