Cine-Lenz
"Abgedreht": Jack Black, das Kind im Manne

Donnerstag, 03.04.2008, 18:04 Uhr

Hätte der deutsche Verleih die Komödie „Be Kind Rewind “ wortwörtlich eingedeutscht, hätte der Film „Sei nett, spul zurück!“ heißen müssen. Das reimt sich nicht und schreckt ab. „Abgedreht“, wie der Film jetzt heißt, ist trotzdem fast noch geschäftsschädigender. Dabei hätte der Film viele Zuschauer verdient. Schon allein, weil er einem Mann mal wieder die passende Bühne schafft, der sich in kindischem Umfeld am wohlsten fühlt: Jack Black .

Black ist dick, haarig, großmäulig. Also ziemlich das genaue Gegenteil dessen, was man sich unter einem Hollywood-Star vorstellt. Sein Name klingt nach Actionheld, doch vor allem ist Jack Black Komiker – auch wenn er immer wieder gern behauptet, ebenso gut Ernstes spielen zu können. Und Jack Black ist auch Musiker, Kumpel von Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl und nach wie vor aktiv in dem Comedy-Rock-Duo Tenacious D . Eine Doku-Soap, die sich anno 1999 mit den Alltags- und Tournee-Wirrungen eben jener Band befasste, bescherte ihm dann seinen Durchbruch.

Zwar war der heute 39-Jährige auch schon vorher gut im Geschäft, doch an die meisten seiner damaligen Rollen kann man sich heute nicht mehr erinnern. In „Demolition Man“ und „Waterworld“ war er dabei, in „Mars Attacks!“ und „Staatsfeind Nr. 1“. Doch man verbindet diese Filme mit anderen Stars.

Einige seiner Rollen gingen dabei auf frühere Kontakte zurück. Mit Tim Robbins beispielsweise spielte er schon auf der Uni Theater – das bescherte ihm die Parts in dessen Dramen „Bob Roberts“ und „Dead Man Walking“. Auch zum sogenannten „Frat Pack“, der Comedy-Gemeinschaft um Ben Stiller, Owen Wilson, Steve Carell und Will Ferrell, gehört er seit „Cable Guy“.

Doch erst die Tenacious-D-Serie machte Jack Black, den aus der Art geschlagenen Sohn zweier Raketenwissenschaftler, endgültig hauptrollenfähig. Zunächst kam „High Fidelity“: In der wunderbaren Nick-Hornby-Verfilmung spielte er Barry, den dauerquasselnden, dünkelhaften Verkäufer in John Cusacks Plattenladen. Dann klopften die Farrelly-Brüder an und gaben ihm die Titelrolle in „Shallow Hal“ („Schwer verliebt“), in dem er eine dicke Frau so sehr liebt, dass sie in seinen Augen aussieht wie eine gertenschlanke Gwyneth Paltrow.

Seither schwankt seine Karriere zwischen kindisch, irre und näherungsweise ernst: In „School Of Rock“ brachte er einer Schulklasse die Gitarrentöne bei. In „Nacho Libre“ ließ er einen Mönch zum mexikanischen Ringkämpfer mutieren. In „Liebe braucht keine Ferien“ durfte er mit Kate Winslet turteln. Den Höhepunkt seiner Karriere markiert die Rolle des Filmregisseurs in „King Kong“.

In diesem Spannungsfeld seiner Talente soll's vorerst wohl weitergehen. Der (demnächst zweifache) Familienvater spricht Trickfilmtiere (demnächst in „Kung Fu Panda“), er parodiert Musiker (in „Walk Hard“ glänzt er in einem kurzen Cameo als „Beatle“ Paul McCartney), und er dreht Klassiker nach: In „Abgedreht“ spielt er nämlich einen magnetisierten Videotheken-Nerd, der alle Kassetten löscht und dann mit einem Kumpel die zerstörten Filme von „Ghostbusters“ bis „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ in selbst produzierten Kurzversionen nachdrehen muss. Irre? Klar. Aber nur was irre ist, bringt Jack Black zum Glänzen.

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