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Professoren demonstrieren für Kongresshalle

Mittwoch, 23.04.2008, 22:04 Uhr

Münster - Prof. Dr. Heinz Lothar Grob geriet fast ein bisschen ins Schwärmen: „Stellen Sie das doch mal vor“, sagte der Wirtschaftsinformatiker, „morgens trifft man sich zur Begrüßung im Schloss und anschließend gehen alle gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein hinüber zur Kultur- und Kongresshalle. Das wäre doch ein toller Auftakt für einen Kongress.“

Grob war einer von rund 50 Professoren der Westfälischen Wilhelms-Universität , die sich gestern Mittag vor dem Schloss versammelt hatten, um auf diese Weise für die Musik- und Kongresshalle zu „demonstrieren“.

Sicher gebe es die Halle Münsterland, sagte der Historiker Prof. Dr. Peter Funke – aber es fehle sei eh und je eine Kongresshalle mittlerer Größenordnung mit dem entsprechenden Ambiente. Und gerade das Umfeld spiele heute bei Kongressen eine wichtige Rolle, so Prof. Dr. Hans Schöler. Wenn er internationale Wissenschaftler für Münster interessieren wolle, so der Direktor des Max-Planck-Instituts, dann brauche er auch „Aushängeschilder“. Und ein solches Aushängeschild könne die Kultur- und Kongresshalle auf dem Hindenburgplatz sein.

Er führe seit 20 Jahren den „Europäischen Zollrechtstag“ mit 400 bis 500 Teilnehmern durch, sagte der Steuerrechtler Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang – aber Münster fehle bislang in der Veranstaltungsliste, weil es hier keine entsprechenden Tagungskapazitäten mit Simultanübersetzung gebe. Stattdessen finde der Kongress in Linz, Luxemburg oder Esslingen statt.

Der Wettbewerb der Hochschulen untereinander habe deutlich zugenommen, so die Professoren. Und viele Universitätsstädte hätten in den letzten Jahren im Bereich Kultur und Kongresse mächtig investiert. Auch deshalb sei diese Halle so wichtig. Und wenn die Uni dort Kongresse durchführe, so Prof. Wolffgang, profitiere davon auch die Stadt insgesamt. Bei einem hochkarätigen Kongress könne man sicher mit einem „Umsatz“ von 1000 Euro pro Kongressteilnehmer rechnen. Langfristig könne eine solche Halle, wie Prof. Schöler zu bedenken gab, deshalb auch dazu beitragen, dass es einer Stadt gut gehe – und sie imstande sei, Schwimmbäder zu erhalten und zu renovieren.

An die Möglichkeit, dass der Bürgerentscheid gegen die Halle ausgeht, mag man gar nicht erst denken. Prof. Funke: „Der Imageschaden würde unermesslich sein.“

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