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Urlauber sonnen sich im starken Euro

Freitag, 13.06.2008, 19:06 Uhr

Münster - Die deutschen Touristen können im Sommer-Urlaub mit der Sonne um die Wette strahlen. Durch den aufgewerteten Euro erhalten sie in vielen Ländern viel mehr für ihr Geld als im Vorjahr – und das steigert bekanntlich die Kauflaune, bestätigt Holger Schulz , Experte beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband . „Die Flut hebt alle Boote“, meint er. Sprich: Die saftige Aufwertung des Euro macht sich in fast allen Ländern außerhalb der Euro-Zone deutlich bemerkbar. „Und viele Touristen achten bei der Wahl ihres Zieles auf die Wechselkursmechanismen“, ist Schulz überzeugt.

Weit über dem Vorjahr liegen dabei Vietnam und Argentinien. Dort erhält man für einen Euro Waren für fast 1,50 Euro, also für 50 Prozent mehr als in Deutschland. Einen besonders starken Zuwachs der Kaufkraft gab es darüber hinaus in den USA. Grund: Der Euro wurde um fast 14 Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. Auch in Ägypten, Südafrika und Thailand erhält der deutsche Kunde – wie in den Vorjahren – deutlich mehr fürs Geld.

Doch diese Länder sind weit weg – näher liegen da osteuropäische Länder wie Polen, Rumänien und Ungarn, wo es weiterhin viel mehr für einen Euro zu kaufen gibt als hierzulande. „Doch Polen ist nicht mehr ganz so günstig wie in den vergangenen Jahren. In Osteuropa startet ein Aufholprozess“, so Schulz.

Doch auch in Ländern der Euro-Zone, wo der Wechselkurs keine Rolle spielt, gibt es leichte Differenzen bei der Kaufkraft. Besonders ungünstig für die Deutschen liegt der Wert des Euro dabei in Staaten wie Irland (0,85 Euro) oder auch Frankreich (0,87 Euro). „Das liegt natürlich am höheren Preisniveau in den jeweiligen Ländern“, meint Schulz. Vergleichsweise günstig stehen innerhalb der Eurozone noch Portugal (0,98 Euro), Griechenland und die Niederlande (jeweils 0,97 Euro) da.

Alles in allem fahren die Euro-Touristen in weiter weg gelegenen Ländern besser. Doch das Ganze hat einen Haken: „Das sind Ziele, die man in der Regel mit dem Flugzeug erreicht. Und mit dem Flugbenzin sind die Flüge teurer geworden. Das muss man natürlich dagegenrechnen“, warnt Schulz vor dem Trend zur exotischen Schnäppchenjagd.

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