Archiv
„Schnellschüsse ausgeschlossen“

Montag, 18.08.2008, 14:08 Uhr

Ahlen. Die Hände in die Hüfte gedrückt stand er Sonntagabend da, Ralf Gosda, in die Weite starrend und wie getroffen. „Anfängerglück ist das“, flachste der Südenschütze und reihte sich dann doch in die Schar der Feiernden und Gratulanten ein, die Knut Schneider auf ihren Schultern dem applaudierenden „Bürgerschützenverein Süden“ vorstellte. Als neuen König und – wenn man so will – auch als neues Mitglied. Schließlich war Schneider erst am 1. März hinzugestoßen und beendete am Sonntagabend um 19.05 Uhr die ein Jahr und 428 Schüsse währende Regentschaft von König Helmut Füchtenhans und dessen Gattin Sigried Hohnhorst.

Das Ehepaar durfte sich getrost zurücklehnen, als Dietmar Kupfernagel, Christoph Schmitz und Co. sich die Schultern wundschossen, ehe Schneider zum letzten Mal abdrückte. Füchtenhans blickte dabei weniger auf den lange flatternden Vogel, sondern vielmehr noch einmal zurück auf „ein traumhaft schönes Jahr“, das er insbesondere diesem „tollen Hofstaat zu verdanken“ habe. Gefragt nach dem Höhepunkt, musste der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende König nicht lange in der Erinnerungskiste kramen. „Der Königsball gestern – so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Ein Stromausfall um 2.30 Uhr in der Früh im Festzelt an der Friedrich-Ebert-Halle sollte sich dabei nicht als Ende sondern als zusätzlicher Stimmungsmacher entpuppen. Die munteren Schützen machten nämlich ihre eigene Musik. „Wir haben einfach alle bis tief in den Morgen weitergesungen“, jubilierte Füchtenhans noch Stunden später angeheisert.

Bereits am Freitag war gefeiert worden, ehe der gesamte Schützenverein den Hofstaat am Samstagnachmittag am Marktplatz abholte. Mit der Kranzniederlegung gedachte man dabei abermals der Opfer des Zweiten Weltkriegs sowie der Verstorbenen des „Bürgerschützenvereins Süden“.

Ein Frühstück samt Ehrung verdienter Mitglieder am Sonntagmorgen rundete den Schützenreigen ab und machte den Hof für den Höhepunkt des Wochenendes: Das Königsschießen, an dessen Ende der Vogel fiel und Knut Schneider als neuer Regent feststand. Seinen Hofstaat benennt der neue Regent traditionell erst bei der Thronvorstellung im März, was Vorgänger Füchtenhans begrüßt: „Schnellschüsse bei der Auswahl sind ausgeschlossen!“

Vorlagengeber für Knut Schneider war der mehr als gewillte Christoph Schmitz gewesen, der sich letzten Endes aber auch über den Trostpreis „rechter Flügel“ freuen durfte. Olaf Rittmeier beraubte das Objekt der Begierde um seinen linken Flügel, der Apfel ging an René Mohns, während sich Frank Herweg das Zepter und Kassierer Fred Fiebach die Krone sicherten.

Den Titel des „Bierkönigs“ der Avantgardisten hatte sich 24 Stunden zuvor übrigens Tobias Meller gesichert. Dessen Vereinsmitgliedschaft zählte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Tage.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/560693?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596740%2F596938%2F
Erster Stammtisch für Wilsberg-Fans
Für Münster fast schon Routine
Nachrichten-Ticker