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Ludger Beerbaum und die Schmerzgrenze

Freitag, 29.08.2008, 20:08 Uhr

Münster. Am Dienstag hat Ludger Beerbaum Geburtstag gefeiert. 45 Jahre alt (jung) ist er geworden. Eigentlich wollte sich der Riesenbecker schon vorher ein Geschenk machen und bei den Olympischen Spielen seiner reichhaltigen Medaillensammlung eine weitere Plakette hinzufügen.

Das klappte nicht ganz. Mit der Mannschaft reichte es nur zum fünften Platz, im Einzel erreichte er zwar das Stechen um Bronze, letztlich aber sprang auch hier nur Rang sieben heraus. Die Enttäuschung anschließend war groß, ist mittlerweile aber überwunden. Und die Sache mit dem Geschenk hat auch noch geklappt. Gestern gewann Beerbaum vor dem münsterschen Schloss die erste Qualifikation der Mittleren Tour. Mit Sundari, einer in Hannover gezogenen Stute, zeigte er nicht nur eine fehlerfreie, sondern auch eine sehr schnelle Runde. Nach 57,42 Sekunden blieb die Uhr stehen. Damit war Beerbaum exakt eine Sekunden schneller, als der Franzose Julien Epaillard, der mit Labrador de Brekka den zweiten Platz belegte. Rang drei ging an Holger Wulschner mit Phill.

Viel Zeit, um Fragen zu beantworten, hatte Ludger Beerbaum anschließend nicht. „Ich muss in der nächsten Prüfung schon wieder als Zweiter ran“, so seine Erklärung. Eines aber stellte er doch klipp und klar fest: Meldungen, dass sein Spitzenpferd All Inclusive verkauft worden ist, seien definitiv falsch. „Es haben sich in den letzten Wochen viele Interessenten gemeldet, die das Pferd kaufen wollten. Mehr aber auch nicht.“ Dass All Inclusive weiterhin von ihm geritten wird, wollte der Riesenbecker, so aber auch nicht bestätigen: „Es gibt sicherlich eine Schmerzgrenze , bei der wir zu einem Verkauf nicht mehr Nein sagen werden. Bisher ist diese Schmerzgrenze aber noch lange nicht erreicht.“

Solche Probleme hat Jens Baackmann nicht. Mit dem elfjährigen Rudi belegte der für den RV Albachten startende Reiter gestern den vierten Platz und strahlte anschließend mit der Sonne um die Wette. „Rudi wird immer besser“, galt sein Lob zunächst seinem „Untersatz“. Erst seit etwas mehr als einem halben Jahr steht der Wallach in seinem Stall. Und hat sich in dieser Zeit prächtig entwickelt. „Ich denke, wir werden gemeinsam noch eine Menge Spaß haben,“ so Baackmann.

Fast genauso zufrieden war auch Toni Haßmann. Mit Queen Liesa belegte er in dem Klassefeld Rang sechs. „Das war in Ordnung“, bewertete der „Jockey“ des Stalles Snoek seinen Ritt. Immerhin lag er damit nicht nur vor dem Österreicher Thomas Frühmann, der mit Anatol als Siebter notiert wurde, sondern auch vor Marco Kutscher. Der Doppel-Europameister des Jahres 2005, der mit dem neunjährigen Cornet Obolensky sein Olympiapferd gesattelt hatte, blieb zwar fehlerfrei, belegte in 66,37 Sekunden aber trotzdem nur Platz elf. Leben konnte er damit dennoch ganz gut. Wichtig nämlich war es für ihn, dem Pferd nach den schwachen Runden in Hongkong wieder Selbstvertrauen zu geben. Und das ist gelungen. Insofern war es ein gelungener Test für die heute und morgen auf dem Programm stehenden Hauptspringen. Und vielleicht sieht man dann auch All Inclusive in Aktion. Wenn nicht vorher die Schmerzgrenze überschritten wurde.

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