Cine-Lenz
Soooo süüüüüß:In diesen Streifen sind die Tiere die Stars

Donnerstag, 20.11.2008, 16:13 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 20.11.2008, 16:13 Uhr

<1>„Die Wüste lebt“ (1953) und „Die lustige Welt der Tiere“ (1974)

Der Disney-Klassiker und der Hit aus Südafrika . Beide werden immer noch gern in den Fernseh-Sonntagsprogrammen gezeigt und haben das Bild des heutigen Tierfilms geprägt wie kaum was anderes – vor allem in Sachen schamloser Vermenschlichung. „Die Wüste lebt“ erhielt einen Oscar und zeigte das (Über-)Leben der Tiere in der amerikanischen Sierra Nevada .

„Die lustige Welt der Tiere“ hingegen wurde in den afrikanischen Wüsten Namib (Namibia) und Kalahari (Südafrika) sowie am Okavango-Delta (Botswana) gedreht und durch Gassenhauer der klassischen Musik auf Unterhaltung getrimmt: Gebadet wird zu Smetanas „Moldau“.

Am berühmtesten ist die Szene, in der Paviane, Giraffen, Elefanten und Warzenschweine im volltrunkenen Zustand durch die Steppe torkeln, nachdem sie an den vergorenen Früchten des Marula-Baums naschten. Doch Biologen zweifeln: Der geringe Alkoholgehalt in den Früchten würde keinesfalls ausreichen, um Elefanten ins Schwanken zu bringen. Haben die Filmemacher manipuliert?

„Mikrokosmos“ (1996) und „Nomaden der Lüfte“ (2001)

<2>Größte Gemeinsamkeit dieser französischen Produktionen: Sie zeigen Tierwelten, die man sonst nur schwerlich zu sehen bekommt. „Mikrokosmos“ taucht mit extremen Makro-Aufnahmen in die Welt der Insekten einer stinkgewöhnlichen Wiese ein (und erhebt dabei den Geschlechtsakt zweier Schnecken zum zarten Liebesspiel).

„Nomaden der Lüfte“ folgt einem Schwarm Zugvögel quer über sieben Kontinente – mithilfe von Ultraleichtflugzeugen, die die Kameras transportierten und an die sich das porträtierte Flattervieh erst langsam gewöhnen musste. Beide Filme nehmen’s mit der dokumentarisch-wissenschaftlichen Genauigkeit mindestens so wenig ernst wie die frühen Wüstenfilme, setzen dafür auf spektakuläre Bilder.

„Die Reise der Pinguine“ (2005)

Noch ein Oscargewinner: Luc Jacquets faszinierende Doku über die Kaiserpinguine in der Antarktis. So begeistert viele den Film aufnahmen, so abgestoßen waren andere, besonders von der deutschen Fassung, in der den Tieren menschliche Erzählerstimmen (für Papa, Mama, Kind) aufgedrückt wurden: Das harte Leben der Polarbewohner würde dadurch unangemessen verkitscht.

Sei’s drum: Eine Zeit lang boomte nach dieser „Reise“ der Plüschpinguinmarkt. Selbst ein drolliges Zeichentrick-Pinguinmusical („Happy Feet“) folgte noch.

„Unsere Erde“ (2007)
Kino-Best-of aus der sehenswerten BBC-Serie „Planet Erde“, das vom Nord- zum Südpol breitengradweise die Erde nach atemberaubenden Tierszenen abscannt. Nutzt erstmals die Cineflex-Kameratechnik, mit der man z. B. Karibu-Horden aus höchster Höhe vom Helikopter aus wackelfrei abfilmen kann. Jetzt schon Kult.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/472804?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596740%2F596774%2F
Nachrichten-Ticker