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Kein Kanzlerbonus in Oggersheim

Münster. Alan dos Santos ist Fußballer und geht seinem Beruf mit der nötigen Leidenschaft nach. Sieben Mal hat der Mittelstürmer des FSV Ludwigshafen-Oggersheim in der laufenden Regionalliga-Saison bereits getroffen...

Dienstag, 25.11.2008, 17:11 Uhr

Münster. Alan dos Santos ist Fußballer und geht seinem Beruf mit der nötigen Leidenschaft nach. Sieben Mal hat der Mittelstürmer des FSV Ludwigshafen-Oggersheim in der laufenden Regionalliga-Saison bereits getroffen, ein halbes Tor pro Spiel lautet der eindrucksvolle Leistungsnachweis des 27-Jährigen, der in Oggersheim dennoch nahezu unerkannt durch die Straßen gehen kann. Nur die Wenigsten bringen den Ludwigshafener Stadtteil mit „Fußball“ in Verbindung, obwohl der FSV seit Jahren mit Nachdruck an der Reputation dieses Sports arbeitet. 2002 spielte die Mannschaft noch in der Landesliga , fünf Jahre und drei Aufstiege später war Ludwigshafen-Oggersheim Regionalligist. Dennoch verdankt Oggersheim seine Bekanntheit fast ausschließlich seinem berühmtesten Bürger, Altkanzler Helmut Kohl .

Allerdings hat sich der FSV durchaus von der Geschichte des Ehrenbürgers beeinflussen lassen und weiß – möglicherweise besser, als in allgemeinen Fußballkreisen üblich – um die Bedeutung und die Unantastbarkeit einer echten Führungspersönlichkeit. Als der Verein in der vergangenen Saison aus der alten in die neue Regionalliga abstieg, feuerte der Vorstand nicht etwa den Trainer, sondern mehr oder weniger alle Spieler. Trainer Sascha Koch, der schon die Landesligatruppe im Jahr 2002 betreut hatte, blieb, 19 neue Spieler kamen. „Das ist für Außenstehende möglicherweise schwer zu verstehen“, bestätigt Ex-Profi Marco Haber , der im vergangenen Jahr selber noch aktiv war und jetzt die sportliche Leitung des FSV übernommen hat. „Aber das hat etwas mit Tradition zu tun. Wir vertrauen Sascha Koch. Er ist noch sehr jung und hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er ein guter Trainer ist.“ Haber gibt zu, dass die Lage im vergangenen Sommer durchaus „dramatisch“ war. Doch inzwischen gibt es Entwarnung im Ludwigshafener Südweststadion. „Mit dem sportlichen Verlauf können wir zufrieden sein“, so Haber. 18 Punkte, Tabellenplatz neun, „das ist in Ordnung“. Die junge Mannschaft habe sich gefunden und ihren Platz in der Liga.

Haber bedauert sehr, dass die sportliche Vorleistung nicht durch die entsprechenden Zusschauerzahlen bestätigt würde. Durchschnittlich 500 Zuschauer sehen die Heimspiele, auf Auswärtstouren gehen die Fußballer fast alleine. „Beim Spiel in Münster erwarte ich so ein, zwei Autos“, verspricht Haber für den Auswärtsauftritt am Freitag im Preußenstadion ein überschaubares Fan-Aufkommen aus Oggersheim. Am vergangenen Wochenende waren immerhin 1100 Zuschauer im Stadion, allerdings hat Lokalrivale Wormatia Worms etwa die Hälfte davon im Schlepptau. Und ausgerechnet diese Hälfte hatte am Ende Grund zur Freude. „Da hat die Mannschaft im Kollektiv versagt“, so Haber. Worms siegte 2:0, selbst Top-Torjäger Alan dos Santos ging leer aus, allerdings hätte auch ein Tor des Stürmers den Kohl in Oggersheim nicht fett gemacht.

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