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Prinz Charles - Der ewige Thronfolger

Donnerstag, 13.11.2008, 18:11 Uhr

So lange hat noch nie ein Mensch auf sein Amt gewartet: Als Prinz Charles am 14. November 1948 abends um 21.14 Uhr im Londoner Buckingham Palast als Sohn der damaligen Thronfolgerin Prinzessin Elizabeth das Licht der Welt erblickte, wurde ihm bereits in die Wiege gelegt, einmal König zu werden. Seit 60 Jahren ist er nun im Wartestand. Das ist Rekord. Er löst damit seinen Ur-Ur-Großvater König Edward VII. ab, der genau 59 Jahre und 74 Tage alt war, als er seiner Mutter Königin Victoria im Jahr 1901 auf den Thron folgte.

Charles hat es in diesen 60 Jahren nicht immer leicht gehabt. Eine Kindheit mit einem dominanten Vater und einer Mutter, die ihr Amt als Königin stets wichtiger als das Familienleben fand. Eine Jugend, in der er mühsam seinen Platz finden musste. Und eine Ehe, die unter keinem guten Stern stand. In der es, so Diana, Prinzessin von Wales, in einem legendären Fernsehinterview, „immer ein wenig überfüllt war“. Charles hatte auch in der Ehe die Beziehung zu seiner alten Freundin Camilla Parker Bowles stets gepflegt.

Als die Ehe 1996 geschieden wurde und doch erst durch den tragischen Unfalltod der Prinzessin in Paris am 31. August 1997 ihr wirkliches Ende fand, sah es nicht gut aus für Prinz Charles und seine Thronfolgerambitionen. „Damals“, so Adeslexperte Rolf Seelmann-Eggebert im Gespräch mit unserer Zeitung, „hätte Charles keine Chance auf die Thronfolge gehabt“. Die Stimmung im Volk war gegen ihn. Heute ist das anders. „In einer gut angelegten PR-Aktion“, so Seelmann-Eggebert, sei es gelungen, Charles als guten Vater seiner zwei Söhne William und Harry zu präsentieren und auch Dauerfreundin Camilla zu einer vorzeigbaren Ehefrau zu machen. „Heute akzeptieren die Briten die beiden“, ist sich der Adelsexerte sicher.

Nicht so sicher ist er sich, ob Charles wirklich jemals König werden wird. „Die Queen hat mehrmals betont, dass sie ihr Amt bis zum letzten Atemzug ausüben wird“, sagt Seelmann-Eggebert. Eine Abdankung sei nach dem Desaster von König Edward VIII. und Wallis Simpson nicht wiederholbar. „Ich kann es mir nicht vorstellen“, verneint er diese Option.

Und sollte die Queen die gleiche Langlebigkeit wie ihre Mutter beweisen, die gesunde 101 Jahre alt wurde, wäre Charles beim Tod seiner Mutter 79 Jahre. Dann könnte es dazu kommen, dass Charles zugunsten seines Sohnes, Prinz William abdankt, bevor er je König wurde.

William wäre dann mit 45 Jahren im besten Königsalter. Und wenn es nicht ganz verrückt zugeht, wird er bis dahin schon längst mit seiner Kate verheiratet sein. Denn die, so ist sich Rolf Seelmann-Eggebert sicher, hat ihren William „fest an der Kandarre“. Das junge Paar sei ja schon mal kurzfristig getrennt gewesen, wiel William sich noch nicht festlegen wollte. „Noch einmal kann er sich das nicht leisten“, rechnet der Adelsexperte fest mit einer glücklichen Zukunft für die beiden. Das würde bestimmt auch Charles gefallen . . .

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