LenzBlog
Fall Out Boy: Eine Chance für die Erinnerung

Freitag, 12.12.2008, 19:12 Uhr

<1>Du bist gerade Vater geworden. Ist nun Schluss mit den Flausen ?

Pete Wentz : Die Zahl der grauen Haare um die Schläfen nimmt in den letzten Monaten dramatisch zu. Doch komischerweise finde ich das gerade ganz fantastisch. Ein Teil von mir wird immer Kind sein. Ein Teil von mir ist jetzt aber auch fähig, Verantwortung zu übernehmen. Ich will, dass man sich auf mich verlassen kann. Ich finde es wichtig, ein gutes Vorbild abzugeben, für die Familie genauso wie für die Öffentlichkeit. In dem Punkt bin ich Spießer.

Du sagst, euer neuer Song „Never believe“ fasst alles zusammen, was du je über Popkultur sagen wolltest. Was wäre das konkret?

Pete: Wo fange ich an? Was mir am allermeisten auf den Sack geht, ist dieser Dokumentierungswahnsinn. Ständig machen alle Fotos mit ihren Handys. Wenn wir unsere Fans treffen, dann schaffen wir es gar nicht mehr, uns mit ihnen vernünftig zu unterhalten. Oder wenn ein Fotograf ein Bild macht, wenn ich zum Starbucks gehe. Ist doch uninteressant, aber den Magazinen ist dieses Foto viel mehr Geld wert als ein Foto von meiner Band und mir im Konzert. Es ist verrückt. Wir geben unserer Fantasie, unserem Erinnerungsvermögen, einfach unserem Gehirn, keine Chance mehr.

„I Don’t Care”, eure aktuelle Single, ist eine richtige Punk-Nummer. Absicht?

Pete: Wir wollten mit einem Song zurückkommen, der dich anspringt, der Biss hat. Der Rest des Albums klingt allerdings ganz anders.

<2> Worum geht es in dem Stück inhaltlich?

Pete: Um das Gegenteil des Titels. In Amerika kümmern sich alle im Moment sehr. Wir sind an einem außerordentlich wichtigen Punkt angelangt. Wir haben Obama gewählt, der Mann wird viel bewirken. Aber er wird nutzlos sein, falls wir jungen Menschen uns nicht stärker einbringen.

Hast du Hoffnung, dass die Jugend ihrer Verantwortung gerecht wird?

Pete: Ich habe mich immer zwischen den Polen Depression oder Lethargie und Hoffnung hin- und herbewegt. Früher musste nicht viel passieren, und ich war trübe, kaum ansprechbar, grüblerisch, verzweifelt. Ich war eine ziemliche Flasche. Aber ich habe gelernt, dass die Hoffnungen zerstört werden können, wenn du nichts dafür tust, deine Wünsche auch zu erreichen. Ich will kein Pessimist mehr sein.

Wärst du auch ein guter Präsident?

Pete: Ganz bestimmt nicht. Ich habe null Geduld. Ich bin nicht beharrlich. Ich wache immer zu spät auf. Ich trage sehr ungern Anzug und Krawatte. Vor allem verstehe ich von wirtschaftlichen Zusammenhängen oder Außenpolitik nur unwesentlich mehr als Sarah Palin , diese Hockeymum, die zum Glück nun wieder in Alaska verschwindet.

Was war denn so das Romantischste, das Ashlee und du so gemacht habt in letzter Zeit?

Pete: Zu viele Geheimnisse will ich nicht ausplaudern. Ich glaube, Ashlee fand es ungemein romantisch, als ich sie fragte, ob sie meine Frau werden will. Für einen Mann ist diese Frage eine Riesensache, ich hatte Angst davor. Aber sie hat „ja“ gesagt. Ich liebe sie.

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