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Ahlmann: «Habe einen Riesenfehler gemacht»

Düsseldorf - Springreiter Christian Ahlmann hat nach der abgelaufenen Sperre wegen verbotener Medikation des Olympia-Pferdes Cöster Selbstkritik geübt und eine Wechsel der Nationalität ausgeschlossen. «Da muss man nicht drumherumreden - ich habe...

Freitag, 09.01.2009, 14:01 Uhr

Düsseldorf - Springreiter Christian Ahlmann hat nach der abgelaufenen Sperre wegen verbotener Medikation des Olympia-Pferdes Cöster Selbstkritik geübt und eine Wechsel der Nationalität ausgeschlossen.

«Da muss man nicht drumherumreden - ich habe einen Riesenfehler gemacht. Heute weiß ich das», sagte der Reiter aus Marl in einem Interview mit den «Westfälischen Nachrichten». In Hongkong sei ihm dies nicht bewusst gewesen, «weil ich das Mittel schon seit Jahren benutzt habe und es in dieser Zeit nie Beanstandungen gegeben hat». Er hatte Equi-Block verwendet, das die Substanz Capsaicin enthält.

Dass die Deutsche Reiterliche Vereinigung ( FN ) beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) Einspruch gegen die am 18. Dezember abgelaufene Sperre des Weltverbandes FEI eingelegt hat, kann er nicht nachvollziehen. «Nein, das verstehe ich nicht», sagte Ahlmann. «Aber ich sehe der Verhandlung vor dem Sportgerichtshof sehr optimistisch entgegen und gehe davon aus, dass es keine neue Sperre gibt.»

Verständnis zeigt er für die Ankündigung der FN, ihn unabhängig von der CAS-Entscheidung zwei Jahre nicht für das Nationalteam zu nominieren. «Mittlerweile habe ich aber auch ein gewisses Verständnis für die Verantwortlichen in Warendorf», sagte Ahlmann. «Nach den Vorfällen bei den Olympischen Spielen 2004 hat man gesagt, so etwas dürfe nie wieder passieren. Nun ist es doch passiert. Und dafür bin ich verantwortlich.» Bei den Athen-Spielen hatte die deutsche Mannschaft Gold gewonnen, musste die Medaillen wegen verbotener Medikation von Ludger Beerbaums Pferd Goldfever aber wieder zurückgeben. «Dass man deshalb den Reiter Christian Ahlmann vor diesem Hintergrund nicht gerade auf Händen trägt», könne er nachvollziehen.

Erwägungen, ins Ausland zu wechseln, sind kein Thema mehr: «Das habe ich in meiner Wut und Erregung gesagt, weil ich enttäuscht darüber war, wie sich die FN verhalten hat.» Jetzt erklärte Ahlmann: «Ich wäre stolz, in Zukunft wieder für Deutschland reiten zu dürfen.»

Nach Ablauf der viermonatigen Sperre ist der Doppel-Europameister von 2003 bereits wieder an den Start gegangen: In Mechelen belegte er im Großen Preis mit First of Clyde Platz zwei und im Weltcupspringen mit Lorenzo Rang drei. «Seit ich wieder an Turnieren teilnehmen darf, habe ich auch wieder Ziele. Und das macht vieles leichter», sagte Ahlmann.

Allerdings haben die Ereignisse von Hongkong Spuren bei ihm hinterlassen. «Jahrelang ist es immer nur aufwärtsgegangen, habe praktisch ständig auf der Sonnenseite des Lebens gestanden», berichtete Ahlmann. «Und dann fällt man plötzlich von heute auf morgen ins Nichts, muss man lesen, was für ein schlechter Mensch man ist ... Damit muss man erst einmal fertig werden.»

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