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Düstere Aussichten

Ein riskanter Schritt: Israel hat mit einer Bodenoffensive im Gaza-Streifen eine Strategie gewählt, die wenig erfolgversprechend ist. Es kann sein legitimes Ziel, den Beschuss durch die Hamas zu stoppen...

Dienstag, 20.12.2011, 00:24 Uhr

Ein riskanter Schritt: Israel hat mit einer Bodenoffensive im Gaza-Streifen eine Strategie gewählt, die wenig erfolgversprechend ist. Es kann sein legitimes Ziel, den Beschuss durch die Hamas zu stoppen, trotz seiner Übermacht mit militärischen Mitteln kaum erreichen. F-16-Flugzeuge, Kampfhubschrauber, Panzer und jetzt Bodentruppen können nicht verhindern, dass die Hamas-Terroristen aus dem Hinterhalt ihre mobilen Kassam-Raketen auf israelische Städte abfeuern. Es steht zu befürchten, dass Israel nach dem Libanon-Krieg gegen die Hisbollah 2006 auch den Krieg gegen die Hamas nicht gewinnt.

Krieg im Nahen Osten ist keine Lösung des Problems, er ist das Problem. Hinzu kommt, dass die Hamas an einer friedlichen Lösung nicht interessiert ist. Sie zieht aus der Verschärfung der Lage und einem blutigen Häuserkampf den größten Nutzen. Sie setzt auf die Wirkung schrecklicher Bilder. So will sie die Öffentlichkeit gegen Israel mobilisieren. Wer kann der Hamas Einhalt gebieten? Wohl nur die verbündeten Regime in Syrien und Iran, die aber kaum Interesse an Deeskalation haben dürften.

Heute rächt sich die verfehlte Strategie der Regierung Bush. Da sie nie auf Verständigung mit dem Mullah-Regime und Syriens Staatschef Assad setzte, kann sie diplomatisch nichts bewegen. Und wer kann Israel Einhalt gebieten? Die USA wollen es nicht, die EU kann es nicht, die UNO ist zerstritten. Die Lage ist düster, und auch ein US-Präsident Obama wird daran vorerst nichts ändern können. Das Leiden der Menschen aber bleibt.

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