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Feuer auf der Kinderstation - Blitzschnelles Krisenmanagement

Dienstag, 27.01.2009, 13:01 Uhr

Münster - Sabine Freitag steckt noch später der Schreck in den Gliedern. Obwohl doch ihr zehnjähriger Sohn Nico den Umständen entsprechend putzmunter neben ihr sitzt. Nico liegt zurzeit im Clemenshospital auf der Station für größere Kinder, und dort hat es am Dienstagmorgen gebrannt. Im Lokalradio lief die Meldung, als Sabine Freitag gegen 7.30 Uhr im Auto zu Nico unterwegs war. „Ich glaube, ich bin viel zu schnell gefahren“, sagt die Mutter, „und noch nie im Leben auf hochhackigen Schuhen so schnell gerannt“.

Jetzt, etwa eine Stunde später, kehrt auf der Station im Erdgeschoss des Clemenshospitals schon wieder Routine ein. Die Feuerwehrleute ziehen ab, die brennende Gardine im Zimmer eines fast erwachsenen Jungen haben sie „in Minutenschnelle“ gelöscht, wie Einsatzleiter Dieter Knaack sagt. Vom blitzschnellen Krisenmanagement der Ärzte und Schwestern ist Knaack schwer beeindruckt. „Das haben Sie richtig gut gemacht“, lobt er. Die leitenden Ärzte Georg Hülskamp und Otfried Debus. Sie und die anderen Mitarbeiter haben erst kürzlich eine Evakuierung geübt, „das gehört zum Qualitätsmanagement“, erklärt Debus. Jetzt weiß er nicht nur, dass Katastrophenübungen wichtig sind, sondern auch, dass im Ernstfall alles richtig läuft.

Kurz nach sieben Uhr war der Junge, in dessen Zimmer der Vorhang nach ersten Erkenntnisse der Feuerwehr durch eine zu heiße Lampe oder einen Kurzschluss in der dort stehenden Stereoanlage Feuer gefangen hatte, auf den Flur gelaufen und hatte Alarm geschlagen. Ein Arzt hatte den Brand schon weitgehend mit einem Pulverlöscher selbst erstickt, als die Feuerwehrleute anrückten. „Als wir kamen, war das nur noch ein Schwelbrand“, sagt Knaack.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder schon alle aus den Zimmern gebracht worden. Das, sagt eine Schwester „ging auch deshalb so schnell, weil die viele Kinder im Krankenhaus ihre Eltern auch nachts bei sich haben“.So wie Luca Richter, dessen Mutter Ute neben ihrem Sohn übernachtete, als draußen der Alarm losging. „Wir haben erst mal abgewartet, sagt Ute Richter, auch als sie den Qualm aus dem Krankenzimmer nebenan bemerkt hat, habe sie noch keine Angst bekommen. Luca hat sie dann schnell selbst den Tropf abgenommen und ist mit ihm ins Foyer gegangen.

Dort sitzen Kinder und Eltern wenig später schon mit Frühstückstabletts und warten darauf, wieder in ihre Zimmer zurückkehren zu können. Pflegedirektorin Schwester Marianne Kandels ordert per Handy mehr Personal: „Hier hat es gebrannt, alle Betten müssen neu bezogen werden.“ Rauch ist da schon gar nicht mehr zu riechenDer ärztliche Direktor Prof. Ralf Scherer ist sehr erleichtert über den glimpflichen Ausgang – und voll des Lobes für die Mitarbeiter der Station: „Sie haben genauso reagiert, wie der Evakuierungsplan vorsieht – besonnen und schnell.“

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