Politik Inland
Seit 1949 fünf Rezessionsjahre

Mittwoch, 14.01.2009, 13:01 Uhr

Hamburg Deutschland hat seit dem Zweiten Weltkrieg bisher fünf Rezessionsjahre erlebt. Nach den Jahren des Wirtschaftswunders ging die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr erstmals 1967 zurück. 1975 und 1982 – nach den damaligen Ölkrisen – stürzte die Konjunktur erneut ab.

Nach dem Ende des Einheits-Booms schrumpfte die Wirtschaftsleistung 1993 um 0,8 Prozent, das bislang letzte Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft war 2003 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent. Nach neuen Prognosen führender Wirtschaftsinstitute droht Deutschland mit einem Minus von zwei bis drei Prozent in diesem Jahr die tiefste Rezession seit 1949.

Von einer Rezession ist die Rede, wenn die Leistung einer Volkswirtschaft über einen gewissen Zeitraum schrumpft. Nach einer angelsächsischen Erklärung ist dies der Fall, sobald die Wirtschaftsleistung in zwei Quartalen in Folge jeweils im Vergleich zu den drei Monaten davor zurückgeht. Zurückhaltendere Volkswirte sprechen erst von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung eines kompletten Jahres hinter der des Vorjahres zurückfällt. In einer Rezession gehen private Investitionen und Gewinne der Unternehmen zurück. Die Löhne der Arbeitnehmer kommen unter Druck, was die Einkommen und den privaten Verbrauch sinken lässt.

Die erste Rezession 1967 mit einem BIP-Minus von 0,3 Prozent hatte in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nachhaltigsten Eindruck hinterlassen – nach den Boom-Jahren des Wirtschaftswunders mit Wachstumsraten von bis zu zwölf Prozent.

Die Zinspolitik und die Verlangsamung der weltwirtschaftlichen Entwicklung führten in die Rezession 1975, das BIP schrumpfte um 0,9 Prozent. Bei der ersten Ölkrise 1973 hatten sich zudem schlagartig wichtige Rohstoffe verteuert.

Auch die zweite Ölkrise traf die westlichen Industrieländer 1982/83 hart. In Deutschland ließ unter anderem die Ölpreisexplosion die Wirtschaft 1982 um 0,4 Prozent schrumpfen.

Hohe Arbeitslosigkeit (8,9 Prozent), wachsende Schuldenberge, hohe Inflation (4,5 Prozent) und einbrechende Exportgeschäfte waren 1993 der Hintergrund für ein erneutes Schrumpfen des BIP um 0,8 Prozent. Zuvor war die Wirtschaft im Zuge der deutschen Wiedervereinigung kräftig gewachsen – was auch den Nährboden für die anschließende Rezession bereitete.

2001 und 2002 bekam die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Folgen eines internationalen Konjunktureinbruchs zu spüren. Nachdem es 2002 zur Stagnation kam, erlebte Deutschland 2003 ein Rezessionsjahr mit einem Minus von 0,2 Prozent.

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