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Die Kunden sind treu wie ein Frosch

Montag, 30.03.2009, 14:03 Uhr

Münster - Wir befinden uns im Jahr 2009 nach Christus. Die ganze Reisewelt ist von der Krise besetzt. Die ganze Reisewelt? Nein, in einer Ecke Westfalens gibt es einen gelassenen Veranstalter, der nicht in das Horn der Pessimisten bläst. Während draußen Flugkapazitäten gestrichen, Arbeitszeitmodelle vereinbart und Buchungsziele zurückgeschraubt werden, sitzt drinnen Holger Schweins ruhig an seinem Schreibtisch in Münster. Der 57-Jährige ist Geschäftsführer von Frosch Sportreisen . Und das in diesem Jahr seit 25 Jahren. 1984 gründete er als Student gemeinsam mit seinem Kumpel Volker Frost das Unternehmen, das eigentlich nur das Ziel hatte, Skireisen für Studenten zu organisieren und wegen des Gewinns nicht mit dem Finanzamt in Konflikt zu kommen.

In diesem Vierteljahrhundert hat sich das Unternehmen stets aufwärts entwickelt. Wurden 1984 zehn Skireisen veranstaltet, fahren heute jährlich knapp 28000 Gäste mit Frosch Sportreisen in den Urlaub. 30 Angestellte sorgen in der Zentrale dafür, dass dies reibungslos passiert. Vor Ort sorgen sich Kinderbetreuer, Reiseleiter und Sportbetreuer um das Wohl der Gäste. Längst geht es nicht mehr nur im Winter, sondern auch im Sommer in die weite Welt. Radfahren in Vietnam gehört heute genauso zum Programm wie Wandern auf Teneriffa. Die Gemeinsamkeit dieser Reisen ist der Sport. „Das ist einfach eine kommunikative Form, miteinander Urlaub zu machen“, findet der Chef, der selbst ab und zu als ganz normaler Urlauber eine Tour im eigenen Unternehmen bucht.

Auch im zurückliegenden Winter konnte Schweins sich wieder über steigende Buchungszahlen freuen. „14 Prozent Zuwachs bis Ostern kann man nicht wirklich Krise nennen“, sagt er. Allerdings ahnt auch er, dass der Sommer nicht so gut werden wird. „Weil die Fluglinien Kapazitäten gestrichen haben, können wir weniger anbieten“, erklärt er und hofft, die Sommersaison mit „plus minus null“ abzuschließen.

Dabei setzt er auf seine Kunden - das ist ein schönes Pfund, mit dem er wuchern kann. Die beschreibt die hauseigene Statistik als sympathische Menschen: Der typische Froschgast ist sportinteressiert, zwischen 25 und 40 Jahre alt, hat eine überdurchschnittliche Schulbildung, reist im Winter häufig in kleinen Gruppen und im Sommer auch sehr gerne allein. Ein weiterer Vorteil des Froschgastes: Einmal dabei gewesen, bucht er immer wieder. „Wir haben etwa 15000 Stammkunden, die mehr als drei Mal mit uns in den Urlaub gefahren sind“, berichtet er. „Und darunter sind 1000 Kunden, die sogar mehr als zehn Mal dabei waren.“ Die bekommen dann den „goldenen Frosch“ verliehen und haben weitere Vorteile im Bonusprogramm.

So eine Kundenbindung ist viel wert in Krisenzeiten. Denn die Deutschen fahren, das haben die jüngsten Umfragen der Reiseanalysen gezeigt, trotz Krise in den Urlaub. Vielleicht etwas weniger in die Ferne, aber sie fahren. So habe sich schon im Winter ein neues Angebot bewährt: eine halbe Woche Skifahren. „So konnten die Gäste mit drei Urlaubstagen fünf Tage Ski fahren“, erklärt Schweins das Konzept. Und so will er auch im Sommer seine Gäste mit Kurztouren locken. Die neue „Frosch Regionale“ lockt zu Tageswandertouren an den Rheinsteig oder den Teutoburger Wald.

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