Zukunft Münsterland
Putzmittel für den Präsidenten

Telgte - Vor ein paar Jahren, als sie alle drei noch im Angestelltenverhältnis standen, haben sie nach Feierabend Pakete gepackt. Im Keller einer Privatwohnung. Auf die Reise geschickt wurden Produkte eines münsterschen Reinigungsunternehmens...

Montag, 30.03.2009, 14:03 Uhr

Telgte - Vor ein paar Jahren, als sie alle drei noch im Angestelltenverhältnis standen, haben sie nach Feierabend Pakete gepackt. Im Keller einer Privatwohnung. Auf die Reise geschickt wurden Produkte eines münsterschen Reinigungsunternehmens. Die Bestellungen waren übers Internet eingegangen. Ihre damaligen Jobs haben die beiden Brüder Christian und Daniel Bleser sowie Ralf Penning längst gekündigt. Heute sind die drei Geschäftsführer von Deutschlands größtem Online-Versandhandel für Reinigungsmittel .

Den Kellerraum hat das Unternehmen „hygi.de“ gegen eine ehemalige Bettfedernfabrik im Telgter Gewerbegebiet Orkotten getauscht. Dort werden auf 2000 Quadratmetern Lagerfläche rund 14000 Artikel umgeschlagen. Im Sommer kommen noch einmal 1700 Quadratmeter Lagerkapazität hinzu.

„Wir haben ungefähr ein Jahr Vorbereitungsphase gebraucht“, erzählt Daniel Bleser von den Anfängen. Er ist mit 30 Jahren der Jüngste unter den drei Firmenchefs. Programme wurden geschrieben, 1600 Produktbeschreibungen eingepflegt, ehe die ersten Seiten online gingen. Bei den angebotenen Reinigungsmitteln konnten sie auf das Grundsortiment der Firma zurückgreifen, bei der Daniel Bleser und Ralf Penning beschäftigt werden. „In der ersten Zeit hatten wir drei, vier Aufträge am Tag“, so Bleser. Heute verlassen täglich rund 700 Pakete die Halle. Tendenz steigend. 98 Prozent der Aufträge kommen innerhalb von 24 Stunden bei den Kunden an. Die sitzen in Deutschland und zahlreichen europäischen Ländern, darunter die gesamten EU-Mitgliedsstaaten. Die Kundenstruktur reicht vom Endverbraucher „Lieschen Müller“ über Reinigungsunternehmen und Kommunen bis zum Bundespräsidialamt. Mehr als 200000 Kunden hat „hygi“ zurzeit.

19 Mitarbeiter haben im Vorjahr einen Umsatz von 5,1 Millionen Euro erwirtschaftet. In diesem Jahr sollen es 7,5 Millionen werden, ehe „hygi.de“ in 2010 die Zehn-Millionen-Marke knacken will. Bis dahin werden vermutlich zehn weitere Arbeitsplätze geschaffen.

Wie erklären sich die drei den Erfolg ihres Unternehmens? Da viele Prozesse automatisiert seien, ergebe sich eine günstige Kostenstruktur, so Christian Bleser (32). „Und der Kunde wird bei uns nicht allein gelassen, sondern ständig betreut.“ Konkret bedeute dies, dass für ihn über ein Login jederzeit nachvollziehbar sei, in welchem Stadium der Abarbeitung sich sein Auftrag befinde. Diese Transparenz wüssten die Kunden zu schätzen, wie Rückmeldungen via E-Mail zeigten. Daher habe sich das Unternehmen ein hohes Maß an Vertrauen aufgebaut. Die Akribie, mit der man dabei vorgeht, zeigt sich in der sehr niedrigen Fehlerquote, die laut Daniel Bleser im Promillebereich liege.

Geworben wird fast ausschließlich über die Suchmaschine Google. Dort ist „hygi“ mit knapp 3000 Keywörtern vertreten. Die Produktpalette von 14000 Artikeln soll bei Weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange in Telgte sein. Schon jetzt befinden sich nicht mehr nur klassische Reinigungsmittel im Sortiment, sondern auch Saunaaufgüsse und Tierzubehör.

„Vermutlich bei 50000 Artikeln dürfte Schluss sein“, schätzt Ralf Penning. Ideen, welche bei „hygi“ noch hinzukommen könnten, gebe es genug.

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