Lenz Thema
Telgter Verein "Freundeskreis" unterstützt Schulen in Guatemala

Sonntag, 05.04.2009, 17:04 Uhr

<1>Locker-flockige Latino-Musik kommt aus den Boxen. Die vier unterhalten sich über ihre Mitbringsel . Aber: Stefan und Andreas, Juliane und Andrea waren nicht aus Spaß dreieinhalb Wochen in Guatemala . Sie haben in dem zentralamerikanischen Entwicklungsland Schulen und Bildungsstätten besichtigt, die ihr Verein schon unterstützt oder vielleicht demnächst fördert.

Anfang der 90er Jahre gründeten junge Menschen aus Telgte den „Freundeskreis Guatemala“ nach einer Reise in das lateinamerikanische Land. Sie wollten einfach einen guten Beitrag leisten. Seitdem kommen immer wieder neue Gesichter dazu. Von den rund 100 Vereinsmitgliedern verstehen sich die meisten als fördernde Mitglieder. Gut 20 Aktive organisieren verschiedene Aktionen, um Spenden einzuwerben. Rund 20 000 Euro kommen pro Jahr zusammen. Genug, um in Guatemala eine Schule zu bauen.

„Ich wollte halt immer schon mal etwas Gutes tun“, erklärt Juliane (23), warum sie sich dem Freundeskreis angeschlossen hat. Ihr gefallen aber nicht nur die Projekte jenseits des Atlantiks, die ein Architekt als Verbindungsmann vor Ort koordiniert. Die Aktiven in Telgte und Umgebung verbinde tatsächlich auch eine Freundschaft. Das stehe sogar in ihrem Leitbild, fügt Andrea (28) an: Das Engagement soll Spaß machen. Spaß als Motor für die guten Taten.

Im Moment konzentriert sich der Freundeskreis auf den Bau eines Jugendzentrums: Während ihrer Reise haben sie die Baustelle besucht, mitangefasst und die Jugendlichen vor Ort kennengelernt, die das Zentrum mit Leben füllen wollen. Sie haben erfahren, dass mehr Kinder in den Gemeinden, die sie unterstützen, länger zur Schule gehen. „Die Kinder dort haben alle gelacht. Sie waren glücklich und froh, dass sie da sein konnten“, erinnert sich Andreas an einen Klassenraum, in dem die Kinder dicht gedrängt saßen.

Trotzdem hätten sie eine große Freude am Lernen ausgestrahlt.
Aber die Telgter sind auch an die Grenzen ihres Engagements gekommen. Betroffen sind sie noch immer von dem Gesundheitszustand vieler Menschen. Der Vater ihrer Gastfamilie habe beispielsweise Diabetes gehabt – und kein Insulin. Doch was hätte es ihm gebracht, wenn sie ihm für ein Jahr das Medikament finanziert hätten, fragt Stefan. „Wir sind nicht die Regierung“, sagt Andreas. „Manches müssen das Land, die EU oder die UN machen.“ Dennoch bleibt nach der Landung in Deutschland eine sehr motivierende Erkenntnis, sagt Juliane: „Mir ist klar geworden, dass unsere Arbeit doch ganz schön sinnvoll ist.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/517646?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596571%2F596619%2F
Nachrichten-Ticker