USC Münster
Gewinner unter Gleichen

Sonntag, 05.04.2009, 19:58 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 05.04.2009, 19:58 Uhr

Münster - Es war eines von diesen Spielen, in der Volleyballern durchaus die Idee kommen könnte, eine Änderung des Regelwerks einzufordern. 3:2 (25:21, 26:24, 18:25, 21:25, 15:12) bezwang der USC Münster Sonntag-Nachmittag Aufsteiger Allianz Volley Stuttgart . Eigentlich hatte die packende Auseinandersetzung keinen Verlierer verdient. Da die Pritsch- und Baggergilde jedoch keine Unentschieden zulässt, ging Münster als Erster unter Gleichen vom Parkett.

Im Klassement sind beide Teams Mittelmaß. Dass sie das Zeug zu mehr besitzen, bewiesen sie vor 1640 Zuschauern auf bemerkenswerte Art und Weise. Es war ein klasse Spiel - vom ersten bis zum entscheidenden Ball. In den Sätzen eins bis vier machten zumeist Kleinigkeiten den Unterschied aus. Im Tiebreak war einiges Nervensache. „Zum Schluss hatten wir auch ein bisschen Glück“, räumte USC-Trainer Axel Büring ein.

Der USC spielte in den ersten beiden Abschnitten brillant. Und fast fehlerlos. „Da waren wir über dem Limit“, sagte Büring begeistert. Aus einer homogenen Mannschaft ragten die fabelhaften Angreiferinnen Ines Bathen und Johanna Barg heraus. Und natürlich Lea Hildebrand: Die Blockerin ließ es mehrfach gewaltig krachen.

Stuttgart nahm den 0:2-Rückstand unbeeindruckt zur Kenntnis. Als die ehemalige Münsteranerin Tatjana Zautys und Karla Borger ihren Rhythmus gefunden hatten, bekamen die Gäste Oberwasser. Natürlich auch dank Abwehrchefin Evelyn Delogu. Die Brasilianerin spielte großartig.

Ein paar Probleme in der Annahme und ein kleiner Spannungsabfall kostete den USC die schöne Führung. Nach 103 Minuten Nettospielzeit ging es in den Tiebreak. Bei der letzten technischen Auszeit der Begegnung lag Münster noch 7:8 hinten, danach war das Team nicht mehr zu halten. Ganz cool erzwang Bathen in beileibe nicht bester Position den Matchball.

30 Sekunden später flogen sich die Münsteranerinnen gegenseitig in die Arme. Als einer der Ersten stürmte Trainer Büring das Spielfeld. So emotional wie schon lange nicht mehr feierten die Unabhängigen diesen Sieg. Ein bisschen erinnerte die Szenerie an jene fast vergessenen Tage, an denen der deutsche Rekordmeister noch um Titel und Trophäen kämpfte.

Ines Bathen stand nach dem Abpfiff die Freude ins Gesicht geschrieben. „Geiles Spiel“, sagte die 18-Jährige, „und das auf sehr hohem Niveau.“ Bei der Stuttgarter Spielführerin Karla Borger hielt sich die Enttäuschung in überschaubaren Grenzen. „Es hat trotz der Niederlage sehr viel Spaß gemacht. Münsters Publikum ist sehr fair und deshalb ganz toll.“

Es war Borgers vorerst letzter Auftritt am Berg Fidel. Im Mai startet sie ihre Beachvolleyball-Karriere an der Seite von Rieke Brink-Abeler.

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