Lenz Thema
Ultimate Frisbee: Fliegende Scheiben und ihre Bändiger

Freitag, 22.05.2009, 08:05 Uhr

<1>Fußballer haben bei Mareike Maas und Jan Heimink keinen leichten Stand. Taktische Fouls, theatralische Hinfaller – darüber machen sie sich gern mal lustig. Solche Tricks kennen die beiden Studenten aus ihren Matches nicht. Nicht einmal ein Schiedsrichter steht mit auf dem Platz, wenn sie spielen.

Mareike und Jan gehören zum Ultimate-Frisbee-Team des Hochschulsports (HSP) und bestreiten mit vielen anderen am Wochenende ein großes Turnier. Parallel findet auch ein Schülerwettkampf statt, denn die Sportart mit den schnellen fliegenden Scheiben hat auch die Realschule im Kreuzviertel erobert.

„Tschuldigung, mein Fehler“, schallt es über die Rasenfläche im Wienburgpark. Das Match kommt für einen Moment ins Stocken. Durchatmen. Augenblicke später saust die weiße Kunststoffscheibe wieder über die Köpfe der zwei Teams. „Ultimate Frisbee basiert auf dem Grundgedanken vom fairen Spiel“, erklärt Jugendtrainer Martin Reckmann . Währenddessen hechtet seine Mannschaft, die „Ultimate Greenhorns Münster “, über den Rasen. Hervorgegangen ist sie aus einer Sport-AG an der Realschule im Kreuzviertel.

Seit sich die Sportart in den 70er Jahren in den USA entwickelt hat, kommt sie ohne Schiedsrichter aus. Stattdessen werden kniffelige Situationen gleich Face to Face zwischen den Spielern geklärt. Eigene Fehler einzusehen ist dabei Pflicht. Neben der normalen Spielwertung gibt es bei jedem Turnier daher auch eine Spirit-Wertung, die die jeweils fairste Mannschaft gewinnt.

<2>In Watte packen sich die jeweils sieben Spieler pro Team allerdings nicht, wenn es darum geht, ähnlich wie im American Football die fliegende Scheibe von der eigenen Grundlinie in die gegenüberliegende Endzone zu transportieren. Schnelligkeit und Taktik zählen. Offensive Züge sind am erfolgreichsten. „Du musst eigentlich nur auf die Scheibe zulaufen, sonst kannst du sie nicht fangen“, erklärt Martin.

Wer bei einem Match zusieht, entdeckt auch Züge aus dem Basketball. Wer die Scheibe hat, darf sich nur noch im Sternschritt um sich selbst drehen und hat zehn Sekunden für den nächsten Wurf. Unterdessen bauen die anderen Teamspieler eine Formation auf, die strategisch am ehesten in die Endzone führt.

Auf besonders viele Beobachter hoffen die münsterischen Spieler am Wochenende. 20 Mannschaften aus ganz Deutschland und den Niederlanden kommen am Samstag und Sonntag zum 13. HSP-Turnier an den Horstmarer Landweg. Parallel spielen Jugendmannschaften aus Nordrhein-Westfalen am Samstag ab 10 Uhr auf dem Fußballplatz an der Coburg einen Schüler-Cup aus.

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