Aus Frankreich berichtet unser Sportredakteur Alexander Heflik
Krise, welche Krise?

Verbier - Doping ist schlecht. Doping ist schlecht für Sportveranstaltungen und ihre Vermarktung. Nach drei Jahren mit einer Reihe von Dopingskandalen und Enthüllungen, die den Radsport erschüttert haben, gibt es keine positiven Tests dieser Tage...

Sonntag, 19.07.2009, 18:07 Uhr

Verbier - Doping ist schlecht. Doping ist schlecht für Sportveranstaltungen und ihre Vermarktung. Nach drei Jahren mit einer Reihe von Dopingskandalen und Enthüllungen, die den Radsport erschüttert haben, gibt es keine positiven Tests dieser Tage. Das ist gut für die Tour de France , das sorgt für Ruhe, als wäre das Problem behoben. Die Controller und Buchhalter der Amaury Sports Organisation (ASO) können jedenfalls jetzt schon Gutes prognostizieren, die Rendite des Pariser Unternehmens wird dank der Rundfahrt wieder die 20-Prozent-Marke überschreiten. Das ist bei heute so geblieben. Krise , welche Krise?

Selbst im düsteren Jahr 2007 sprang kein Sponsor ab, selbst da wurde am Ende des Jahres ein Gewinn von 29 Millionen Euro allein durch die Tour ermittelt, der Gesamtkonzern, der auch die Rallye Dakar, zahlreiche andere Radrennen, den Paris-Marathon, Golf- und Reit-Turniere ausrichtet, verbuchte 39 Millionen Euro Gewinn.

Die Tour ist seit Anbeginn ein Wirtschaftsunternehmen gewesen. Man wollte eine Zeitung 1903 verkaufen, das gelang durch die Berichte über die Abenteuer auf Frankreichs Straßen. Die Auflage stieg sprunghaft von 30 000 auf 65 000, L´Auto „versenkte“ Konkurrent L´Velo. Heute sind die Sportzeitschrift L´Equipe und Le Parisien als ASO-Flagschiffe geblieben.

Ein neues Zeitalter begann 1979 mit dem ersten TV-Vertrag, der umgerechnet 300 000 Euro in die Kasse spülte. Seit 1989 müssen Firmen dafür zahlen, Teil der Werbekarawane zu sein. Premium-Partner zahlen jährlich bis zu zehn Millionen Euro. Die Orte, die es zu einem Etappen-Start oder -Ziel bringen möchten, müssen bis zu 200 000 Euro bezahlen. Die Tour ist mittlerweile ein Global Player, der Start 2010 in Rotterdam ist ein Routine-Job. New York, Katar, Japan und Quebec/Kanada dürften das Rennen bald nach Übersee führen.

Für die ASO hat der neue Kuschelkurs in Sachen Doping aber auch andere Gründe. Nur über den Weltverband UCI führt der Weg zu Hein Verbruggen, der Niederländer gilt beim Internationalen Olympischen Komitee als die Schlüsselfigur bei der Vergabe der lukrativen Vermarktungsrechte. Und die ASO, die enge Verbindung zum Sportrechte-Vermarkter Sportfive pflegt, möchte dauerhaft mitspielen bei der olympischen Sache. Sportfive hat sich mittlerweile die TV-Rechte für Sotschi (Winterspiele 2014) und die noch zu vergebenden Sommerspiele 2016 gesichert.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/459212?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596571%2F596578%2F
Spielen sonntags verboten
Der Schulhof der ehemaligen Josefsschule an der Hammer Straße: Hier, ist, wie auf allen Schulhöfen städtischer Schulen, das Spielen am Sonntag verboten.
Nachrichten-Ticker