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Ex-Minister Detlev Samland tot in seiner Wohnung gefunden

Freitag, 10.07.2009, 15:07 Uhr

Essen/ Düsseldorf - Große Trauer in Düsseldorf: Der Essener SPD-Politiker und ehemalige Landesminister Detlev Samland ist im Alter von 56 Jahren überraschend gestorben. Einzelheiten über die Todesursache wurden nicht bekannt.

SPD-Fraktionschefin Hannelore Kraft reagierte nach Angaben des Sprechers mit Bestürzung über den plötzlichen Tod Samlands. Ebenso sein Arbeitgeber, die Berliner Kommunikationsagentur Pleon. Der studierte Raumplaner war von 2000 bis 2001 nordrhein-westfälischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten. Wegen einer Steueraffäre trat der Politiker damals zurück.

Samland galt in der SPD als großes „politisches Talent“ und wurde in seiner Zeit unter anderem vom damaligen Ministerpräsident Johannes Rau in seiner Karriere gefördert. In die SPD trat er 1970 ein und brachte es bei den Jungsozialisten immerhin bis zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden. 1989 ging er ins europäische Parlament. 1994 wurde er dort Vorsitzender des mächtigen Haushaltsausschusses.

Sein Wechsel in die Landespolitik verband der Essener mit großen Hoffnungen, die sich allerdings nichts erfüllten. Da er offenbar Bezüge aus Nebentätigkeiten - unter anderem für einen Energiekonzern, der mit dem Projekt Garzweiler II betraut war - steuerlich nicht korrekt abrechnete, musste er 2001 das Amt als Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten abgeben. Bereits vorher waren allerdings schon Differenzen zwischen Samland, der einen aufwendigen Lebensstil pflegte, und seiner Partei offenbar geworden.

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