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Todes-Sturz: Empörung über die Bahn

Münster/Düsseldorf - Nach dem tödlichen Unfall eines 79-Jährigen im münsterischen Hauptbahnhof macht sich öffentliche Empörung breit. Insbesondere der kalte Kommentar eines Bahn-Sprechers zu dem Vorfall schlägt hohe Wellen...

Dienstag, 14.07.2009, 20:07 Uhr

Münster / Düsseldorf - Nach dem tödlichen Unfall eines 79-Jährigen im münsterischen Hauptbahnhof macht sich öffentliche Empörung breit. Insbesondere der kalte Kommentar eines Bahn-Sprechers zu dem Vorfall schlägt hohe Wellen. „Wenn man als älterer Mensch verreist - was man nicht tun muss - , dann muss man sich halt vorher erkundigen, wie man auf den Bahnsteig kommt“, hatte Bahn-Sprecher Udo Kampschulte den tödlichen Zwischenfall kommentiert.

Am Dienstag ruderte Kampschulte zurück: Er sieht sich falsch wiedergegeben. Richtig sei, dass es sich um „einen bedauerlichen Unfall mit tragischem Ausgang“ gehandelt habe.

Der Jura-Professor war mit seinem Koffer von der Treppe zum Bahnsteig gestürzt und hatte sich dabei tödlich verletzt. Der Bahnhof mit seinen steilen Treppen zu den Gleisen und fehlenden Fahrstühlen oder Rolltreppen ist seit Jahren ein Sanierungsfall. Die Modernisierung wurde immer wieder verschoben. Dennoch sei der Hauptbahnhof eine „verkehrssichere Station“, betonte der Bahnsprecher.

Eine Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums stellte klar: „Unabhängig vom tragischen Unfall - es ist wünschenswert, dass der Bahnhof Münster zügig saniert wird.“ Die Deutsche Bahn bekomme Sanierungsdruck: „Es muss in Münster weitergehen.“

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Deutlichere Worte fanden münsterische Politiker. Als „pietätlos“ bezeichnet der FDP-Bundestagsabgeordnete Daniel Bahr die Kommentierung des Sprechers in einem Brief an die Bahn, der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz geißelt den „Zynismus“ des Bahnsprechers, die Ratsfraktion der münsterischen Grünen wandte sich direkt an Bahn-Chef Grube.

Wie es besser laufen kann, zeigt Rheine. Bundesverkehrsminister Tiefensee hat dort gerade den Startschuss gegeben für eine umfangreiche Sanierung des Bahnhofs mit 3,8 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm.

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