Lenz Musik
A Fine Frenzy: Bombenlegerin im Wunderland

Freitag, 04.09.2009, 20:09 Uhr

Ihr neues Album ist ein Schock für diejenigen, die in Alison Sudol alias A Fine Frenzy nichts anderes sehen als die fragile Balladensängerin. Mit "Bomb In A Birdcage" gönnt sich die rothaarige Amerikanerin einen experimentellen Exkurs.

Was reizt eine Balladensängerin wie dich plötzlich an schnellen Songs?

A Fine Frenzy: : Ich will den Leuten zeigen, dass ich nicht nur die in sich gekehrte Melancholikerin bin. Es gibt auch eine völlig andere Alison, die gern lacht und rumalbert.

Trotzdem giltst du als eine Art „ Alice im Wunderland “.

A Fine Frenzy: : Ich habe mir oft gewünscht, wie diese Märchenfigur zu sein. Ihr Leben ist so aufregend, weil sie nie weiß, was sie hinter der nächsten Straßenecke erwartet. Leider bietet einem die Realität meistens weniger Spannung als solche Fantasiegeschichten.

Und darum flüchtest du dich gern in eine Traumwelt?

A Fine Frenzy: : Ich bin heute verträumter als früher. Als Kind war ich sehr ernsthaft, die meiste Zeit verbrachte ich mit Erwachsenen. Deswegen fühle ich mich ein bisschen wie Benjamin Button - ich habe das Gefühl, mit jedem Jahr jünger zu werden, lockerer.

Heißt das, du hattest keine tolle Kindheit?

A Fine Frenzy: : Ich galt als Nerd, der ständig las und wenige Freunde hatte. Weil wir oft umzogen, war ich für meine Mitschüler eben nur die schüchterne Neue. Zum Glück entdeckte ich schon mit elf die Musik für mich. Sobald ich auf die Bühne ging, stieg mein Selbstbewusstsein.

Lampenfieber plagte dich nie?

A Fine Frenzy: : Anfangs hatte ich schon Hemmungen. Als ich zum ersten Mal in einem Theaterstück singen sollte, da wisperte ich nur. Mein Lehrer sagte: „So gehts nicht - wie soll dich das Publikum hören?“ Irgendwann ärgerte mich seine Kritik dermaßen, dass ich vor Wut eine ganz laute Stimme bekam. Damit überzeugte ich schlagartig alle von meinem Gesang.

Ermutigte dich dieses Erfolgserlebnis, eigene Lieder zu schreiben?

A Fine Frenzy: : Das habe ich erst mit 14, 15 gemacht. Ich brauchte einfach ein Ventil für meine Stimmungsschwankungen. Bis heute pendele ich zwischen den Extremen. Einmal bin ich total glücklich, dann wieder am Boden zerstört.

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