Zukunft Münsterland
Marke Eigenbau aus Bocholt brummt

Sonntag, 20.09.2009, 19:09 Uhr

Bocholt - Offenbar ist der Radsportmarkt umkämpft. Im Bundesanzeiger kann man an einigen Stellen solche Satzfragmente wie „angespannte Situation in der Fahrradbranche “ nachlesen. Die große Krise nagt auch an dieser Branche, dieses oder jenes Unternehmen kämpft ums nackte Überleben. In Bocholt will Erwin Rose davon nichts wissen. „Wir wachsen weiter“, sagt er nicht ohne Stolz. Zweistellige Zuwachszahlen werden gemeldet. Red Bull , die Fahrradmarke aus Bocholt, die mit dem Energygetränk aus Österreich im Übrigen nichts zu tun hat, findet weiter ihre Käufer. Straßenräder, Mountainbikes oder Trekkingräder - bei Rose brummt es weiter. „Custommade“ heißt die Zauberformel, Räder nach individuellem Geschmack bedeutet das übersetzt ungefähr.

Tatsächlich betrug der Gewinn Ende 2007 rund 2,1 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 13 Prozent, und heute, mittendrin in der Weltwirtschaftskrise, denkt Erwin Rose an den Ausbau seines Unternehmens. Man wachse weiter, man schaffe neue Jobs, alles werde noch größer - Zukunftsangst sollen die anderen haben. Europas größter Direktversender in Sachen Radsport will weiter in der Erfolgsspur bleiben. Man halte die Termine bei Bestellungen, man sei sorgfältig und kundenfreundlich, viel Gegenwind ist nicht zu spüren.

Dabei ist Radsport nun wahrlich keine billige Freizeit-Beschäftigung. Allein ein hochwertige Rahmen kann soviel kosten wie ein gebrauchter Pkw. Es handelt sich um Highend-Produkte, die in Bocholt dem Kunden auf den Leib maßgeschneidert werden. „Unsere Philosophie ist eine andere“, klärt Rose auf. Es gibt keine Räder von der Stange, nur noch individuell zugeschnittene Bikes. Vom ersten bis zum letzten Moment bleibt alles in Roses Händen. Vermessung des Fahrers, Rahmenauswahl, Komponentensuche, Farbe - es sollen Traumräder sein. Wunschpakete werden geschnürt, fast schon mit Ewigkeitswert.

Im 27. Jahr betreibt das Unternehmen aus Bocholt seinen Radsportversand. Damals gab es den ersten Katalog auf 64 Seiten in einer Auflage von 3000 Stück. Heute werden 600 000 Exemplare an die Radsportler gebracht, 900 Seiten gilt es durchzublättern, das Call-Center beantwortet jährlich rund 100 000 Anfragen. Und nicht nur das deutschsprachige Publikum wird angesprochen, im vergangenen Jahr wurde der Rose-Katalog in niederländischer Sprache gedruckt, 65 000 Stück wurden versandt.

Roses Plus ist einerseits, dass exzellentes Material verbaut wird, und andererseits die Endsumme stimmt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Köder, Rose Versand macht alles, Zwischenhändler und der normale Radhandel sind außen vor. So rechnet sich ein „Red Bull“. Ab 800 Euro kann man sich ein Zweirad zusammenstellen lassen, preislich gibt es nach oben kaum eine Grenze. 1994 wurde die kanadische Marke Red Bull eingeführt, mittlerweile wurden die Produkte aus dem Rose Versand mit Branchenpreisen überhäuft. Gut fürs Renommee ist das allemal.

Und die Zukunft? Das Wachstum soll weitergehen, der Umsatz steigen, der Gewinn auch, die rund 20 000 qm Gewerbefläche und rund 20 000 Artikel sind wohl auch nur eine Momentaufnahme, und dass rund 220 Angestellten das Ende der Fahnenstange sind, ist auch zu bezweifeln.

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