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Absage für Deutschlandtag in Münster: Merkel verärgert Junge Union

Berlin/Münster - Der CDU-Nachwuchs geht auf die Barrikaden: Nach der Absage ihres Besuchs beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) am Wochenende in Münster ist Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Kritik geraten. „Das ist eine Frechheit“, wettert der münsterische JU-Vorsitzende Stefan-Alexaner Roth. Auch der JU-Landesvorsitzende Sven Volmering macht seinem Ärger Luft...

Mittwoch, 14.10.2009, 19:10 Uhr

Berlin / Münster - Der CDU-Nachwuchs geht auf die Barrikaden: Nach der Absage ihres Besuchs beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) am Wochenende in Münster ist Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Kritik geraten.

„Das ist eine Frechheit“, wettert der münsterische JU-Vorsitzende Stefan-Alexaner Roth . Auch der JU-Landesvorsitzende Sven Volmering macht seinem Ärger Luft. „Bei allem Respekt vor den Koalitionsverhandlungen“ sei die Absage „ein Schlag ins Gesicht“, schreibt er in einem Brief an die Kanzlerin. Es seien gerade die Mitglieder der Jungen Union, die auf den Straßen Wahlkampf für die Bundeskanzlerin gemacht haben, die hätten nun ein „Danke schön“ verdient.

Merkel hatte Anfang der Woche am Rande der Präsidiumssitzung dem JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder mitgeteilt, dass sie angesichts der schwarz-gelben Klausursitzung nicht nach Münster kommen könne. Mißfelder reagierte darauf deutlich gelassener als seine Freunde in NRW. Er wolle sich nicht äußern, heißt es in Berlin. Man freue sich, ließ die JU-Zentrale mitteilen, dass nun Edmund Stoiber und Ole von Beust zu den Delegierten sprechen werden.  

Volmering hingegen nimmt der Kanzlerin ihre Ausrede nicht ab. Die JU hatte angeboten, jede Uhrzeit für den Merkel-Besuch zwischen Freitag und Sonntag zu akzeptieren. Es sei „unbegreiflich“, dass das nicht möglich sei. Zudem seien in der Vorwoche noch Mitarbeiterinnen der Kanzlerin in der Halle Münsterland gewesen, um Details des Auftritts abzusprechen.

Einige vermuten in der Absage vielmehr eine inhaltliche Strafaktion. Denn am Montag hatte Mißfelder die „Münsteraner Erklärung“ vorgestellt, in der vor einer zu zaghaften neuen Regierungskoalition gewarnt wird. Am Wochenende soll die Erklärung verabschiedet werden.

Diese Kritik habe sich Merkel nicht anhören wollen, wird gemutmaßt. Auch der Antrag nach einem Sonderparteitag zur Aufarbeitung des „miserabelen Bundestagsergebnisses“ scheint der Kanzlerin laut Roth nicht zu schmecken. „Es wird kritische Stimmen in Münster geben.“

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