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Deutschlandtag in Münster: JU will wirtschaftspolitisches Profil schärfen

Freitag, 16.10.2009, 19:20 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 16.10.2009, 19:20 Uhr

Münster - Das Loblied auf Edmund Stoiber muss Angela Merkel in den Ohren geklungen haben: „Wir haben 2005 in Augsburg mit ihm dreieinhalb Stunden kontrovers über den Wahlausgang diskutiert - vor laufender Kamera!“, sagt Philipp Mißfelder , Vorsitzender der Jungen Union, anerkennend über den CSU-Politiker, der am Samstag beim Deutschlandtag in Münster als Redner in die Bresche springt.

Merkel hatte ihre ursprüngliche Zusage überraschend zurückgezogen, worüber nicht nur Mißfelder enttäuscht ist: „Es leuchtet ein, dass es darüber Unmut gibt.“ Zwar wolle der Bundesvorstand der Unions-Jugend den Antrag dreier Landesverbände, schnell einen Bundesparteitag einzuberufen, nicht verabschieden. Über das Ergebnis der Bundestagswahl müsse aber gesprochen werden, denn „wir können im bürgerlichen Lager nicht akzeptieren, dass die FDP so stark ist“.

Schärfer als Mißfelder formulierte es der NRW-Vorsitzende Sven Volmering: „Wir unterstützen den Antrag komplett, denn wir wollen, dass die CDU Volkspartei bleibt. Früher ging man mit einem Ergebnis von 33 Prozent in die Opposition - heute stellt man damit die Kanzlerin.“ Volmering kritisierte die FDP als „in vielen Punkten sehr beliebig“ und forderte in bester Müntefering-Diktion, die Union müsse „durch klare Kante viele Leute wiedergewinnen, die zu Hause geblieben sind“ oder für eine schwarz-gelbe Regierung FDP gewählt hätten.

Beim Lob auf Stoiber, dessen Nachfolger Horst Seehofer zwar ebenfalls in Münster fehlt, aber bei Mißfelder kaum Missstimmung auslöste („der sagt ja immer ab“), kam der JU-Vorsitzende auch auf die inhaltliche Ausrichtung zu sprechen: „Stoiber hat meine Forderung unterstützt, das konservative Profil zu schärfen.“ Es sei versäumt worden, die sozialen Sicherungssysteme für die Zukunft fit zu machen - und die Jugendorganisation müsse diese Themen, die für die junge Generation wichtig seien, in die Partei hineintragen.

Und einen weiteren Verbündeten in der CSU sieht er auch: Die personelle Lücke, die der Weggang von Friedrich Merz gerissen habe, werde durch Karl-Theodor zu Guttenberg geschlossen.

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