USC Münster
Dauerbrenner unter den Besten

Münster - Die Statistik lässt Volleyball-Geschichte lebendig werden. 54 Mannschaften waren seit Gründung der Frauen-Bundesliga im Jahr 1976 in der höchsten deutschen Liga vertreten. Nachzulesen ist das in der „Ewigen Tabelle“, die das „Volleyball-Magazin“ in seiner Oktober-Ausgabe veröffentlicht. Aus münsterischer Sicht fällt ins Auge, dass der USC als einzige Mannschaft in...

Donnerstag, 22.10.2009, 18:10 Uhr

Münster - Die Statistik lässt Volleyball-Geschichte lebendig werden. 54 Mannschaften waren seit Gründung der Frauen-Bundesliga im Jahr 1976 in der höchsten deutschen Liga vertreten. Nachzulesen ist das in der „Ewigen Tabelle“, die das „Volleyball-Magazin“ in seiner Oktober-Ausgabe veröffentlicht. Aus münsterischer Sicht fällt ins Auge, dass der USC als einzige Mannschaft in sämtlichen 33 Spielzeiten Mitglied der Beletage des deutschen Frauen-Volleyballs war. Zugleich stellten die „Unabhängigen“ 1977 den ersten Deutschen Meister der neuen Spielklasse - und behaupten sich heute auf Platz eins der Top 54.

In der Saison 1991/92 kämpften die Vereine aus Ost und West erstmals gemeinsam um Punkte, und auch bei dieser Premiere feierten die „Unabhängigen“ den Titelgewinn, den bis dahin fünften ihrer Vereinsgeschichte. Vier weitere Meisterschaften sollten in den Jahren 1996, 1997, 2004 und 2005 folgen.

Bezeichnend für die sich verändernden Kräfteverhältnisse in der deutschen Volleyball-Szene war Münsters Meisterschaft im Gründungsjahr der Bundesliga. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war Niedersachsen die Hochburg des Pritschens und Baggerns und stellte mit der Pädagogischen Hochschule Hannover sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen im Jahr 1957 den ersten Deutschen Meister. Die Vormachtstellung der niedersächsischen Landeshauptstadt war bei den Frauen bis 1976 nahezu angefochten. Nur dem USC gelang es 1974, in die Phalanx der Hannoveranerinnen einzudringen und dem deutschen Serienmeister einmal den Titel streitig zu machen.

Nach der Einführung der neuen Eliteliga verschoben sich die Kräfteverhältnisse in Richtung Westfalen. 1978 und 1979 beschied das streng leistungsorientierte Konzept dem 1. VC Schwerte zwei Titel, ehe 1980 und 1981 die Meisterschale zweimal nach Münster wechselte. Geprägt haben den USC in den 70er Jahren Spielerinnen wie Annedore Richter, Margarethe Herzog, Uschi Westphal oder Heidi Kerstiens. Marina Staden wurde 1978 und 1979 zunächst mit dem VC Schwerte zweimal Champion; das gleiche Kunststück gelang ihr anschließend beim USC. Unvergessen sind auch Karen Baumeister und Sigrid Terstegge , die sich zu Dauerbrennern im Team des USC entwickeln sollten. Mittelblockerin Baumeister trug zwischen 1980 und 1989, Terstegge gar zwischen 1976 und 1990 das USC-Trikot. Die 353-fache Nationalspielerin wurde mit dem USC nicht nur zweifache Deutsche Meisterin, sondern 1979 auch deutsche Pokalsiegerin und 1982 Gewinnerin des CEV-Pokals.

In den zehn Jahren zwischen 1982 und 1992 war Bayern tonangebend. Wobei der SV Lohhof, ein Sportverein aus Unterschleißheim im Landkreis München, der sich später in Bayern Lohhof umbenannte, insgesamt sechs Titel einfuhr. Die letzten drei Deutschen Meisterschaften bis zur Einführung einer gesamtdeutschen Liga gingen in den Stuttgarter Stadtteil Feuerbach, wo der CJD unter Erfolgstrainer Matthias Eichinger - unter anderem mit Gudula Staub, die später zum USC wechselte - ein weiteres Kapitel deutscher Volleyball-Geschichte schrieb.

Mit der Integration der Vereine aus den neuen Bundesländern erhielt der USC Konkurrenz aus Schwerin, Berlin und Dresden. Trotzdem krönten sich die „Unabhängigen“ in den Jahren gesamtdeutschen Spielbetriebs mit fünf Meistertiteln. Ariane Radfan, die 1993 aus Modena (Italien) nach Münster gekommen war, Ines Pianka, Beate Bühler, Ulrike Schmidt, Anne-Kathrin Schade, Judith Flemig und Angelina Grün waren nur einige Spielerinnen, die bisweilen glorreiche Zeiten in Münster einläuteten.

Freilich gab es auch dunkle Kapitel, eines davon im Jahr 1998. Damals hatte der USC alle drei Finalmatches gegen den Schweriner SC gewonnen. Doch im größten Dopingskandal der deutschen Volleyball-Geschichte wurde Münster nach einer positiven Dopingprobe seiner Spielerin Wendy Stammer der Titel aberkannt und Schwerin zugesprochen.

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