Cine-Lenz
"Sherlock Holmes" ganz anders als gewohnt

Donnerstag, 28.01.2010, 18:01 Uhr

Da sind sie wieder: Sherlock Holmes und Dr. Watson, alias Robert Downey jr. und Jude Law. Regisseur Guy Ritchie hat die betuliche Mantel-und-Pfeife-Atmosphäre der Krimi-Vorlage von Arthur Conan Doyle entstaubt und den ersten Holmes-Actionfilm vorgelegt, Martial-Arts-Einlagen inklusive. Mit dem guten alten Basil Rathbone hat das nicht mehr viel zu tun.

Basil Rathbone spielte Holmes erstmals 1939 in „Der Hund von Baskerville“ und war damit so erfolgreich, dass er noch für 13 weitere Abenteuer antreten musste. Danach gab er entnervt auf. Doch Rathbones distinguierter Brit-Stil prägte das Sherlock-Bild so stark, dass keiner der Darsteller der zahlreichen britischen, amerikanischen, russischen oder auch deutschen Filmreihen und Serien späterer Jahrzehnte dagegen anspielen konnte.

Kein Wunder, dass sich da bald die Legenden mischten: Im Trickfilm „Basil, der große Mäusedetektiv“ wurde die Holmes-Geschichte 1986 in die Nagetierwelt verlagert - und der Maus-Ermittler nach Rathbone benannt. Längst war Sherlock Holmes da schon Teil der Popkultur.

Am offenkundigsten ist die Holmes-Parellele in der US-Erfolgsserie „Dr. House“

Zunächst hatten diverse Parodien am Mythos gekratzt. Die berühmteste ist „Das Privatleben des Sherlock Holmes“, in dem Star-Regisseur Billy Wilder 1970 über Holmes´ (bei Conan Doyle mehrfach erwähnten und seinerzeit noch legalen) Kokainkonsum und seine quasi-homosexuelle Beziehung zu Watson witzelte. Ebenso amüsant: die Gegen-den-Strich-Gechichte „Genie und Schnauze“, in der Watson (Ben Kingsley) der eigentliche geniale Ermittler ist, aber einen arbeitslosen Schauspieler (Michael Caine) engagieren muss, um als Holmes den Schein zu wahren.

Dann wanderte Holmes in andere Stoffe über: Im Mittelalter-Krimi „Der Name der Rose“ ermittelten Mönche mit den bezeichnenden Namen „Baskerville“ und „Adson“, während auf dem Holodeck der „Star Trek“-Enterprise mehrfach Sherlock Holmes gespielt wurde.

Am offenkundigsten aber ist die Holmes-Parellele in der US- Erfolgsserie „Dr. House“: Der geniale Diagnostiker und Indizienfinder House ist aufputschdrogensüchtig (wie Holmes), lebt im Appartement 221b (wie Holmes), und sein Freund und Kollege heißt zwar nicht Watson, aber immerhin Wilson . Das Krimi-Prinzip haben die Macher damit in den medizinischen Bereich übertragen.

Fern lag das nicht: Conan Doyle hatte Holmes ursprünglich nach seinem Medizinprofessor modelliert. Und Watson? Der war von Anfang an ein Arzt.

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