Archiv
Beeindruckende Gala bei "Dog Live" - Schmährufe für Hitler-Parodie

Sonntag, 25.12.2011, 06:26 Uhr

Münster - Was hier geboten wurde, war phänomenal. Eine Hunde-Show der Extraklasse präsentierte die Messe „Dog Live“ am Samstagabend vor 1500 Gästen in der Halle Münsterland. Perfekt in Szene gesetzt durch kunstvolles Licht und pulsierende oder auch zarte Musik (teilweise live von einem Akustik-Gitarrenduo), launig moderiert von Hendrik Becker, zeigten Hundesportler und Tiertrainer, was für erstaunliche Fähigkeiten in den Vierbeinern stecken.

Vierbeiner? Pardon, auch ein Hahn war dabei. Er war die Krönung der „Stadtmusikanten“, die Matthias und Kerstin Kellner mit Kerstin Schmidt auftreten ließen. Esel, Hund, Katze und Hahn leibhaftig „gestapelt“, da hielten die Zuschauer den Atem an. Viel Konzentration von Mensch und Tier steckt in derartigen Kunststücken, langfristiges Üben in etlichen kleinen Schritten ist erforderlich.

Da war gleich klar: Die nach dem Premierenerfolg im vorigen Jahr bereits hoch gesteckten Erwartungen wurden in diesem Jahr noch übertroffen. Das Programm wies kaum Längen auf und enthielt so viele Glanzpunkte, dass die Auswahl einzelner Favoriten unmöglich war.

Rasante Flyball-Sprinter, geschickt kooperierende Agility-Teams, Obedience mit Musik und Dogdancing-Shows, elf Zughundgespanne als „Lieferanten“ der Gerätschaften für andere Vorführungen, zwischendurch Erläuterungen unterschiedlicher Hunderassen - der Spannungsbogen blieb bis zum Schluss erhalten. Kaum eine Panne war zu bemerken.

Respekt verdiente die Entscheidung von Yvo Antoni, der mit seiner Jack-Russell-Terrierhündin Prima Donna als einer der Schluss-Höhepunkte eingeplant war, seinen Auftritt abzusagen. Persönlich erläuterte er den Zuschauern gleich zu Beginn, dass Prima Donna nach ihrem Erfolg bei dem RTL-Supertalent-Wettbewerb bei vielen Fernsehshows gastierte - und leider durch einige Spezialeffekte verschreckt wurde. Das durchweg hundekundige Publikum zollte dieser Entscheidung Anerkennung und gönnte Yvo Antoni einen Sonderapplaus.

Ganz und gar nicht ins Bild passte dagegen der Auftritt des sonst für politisches Kabarett bekannten und mit reichlich Auszeichnungen dekorierten Duos „Die Buschtrommel“. Was Ludger Wilhelm und Andreas Breiing da über die Naturferne der Menschen und die „Tiere mit Migrationshintergrund“ im Zoo erzählen wollten, machte im Zusammenhang dieser Veranstaltung wenig Sinn. Als dann aber noch „Hitler“ über deutsche Hunderassen schwadronierte, ertönten Schmäh-Pfiffe und „Aufhören“-Rufe. Die Künstler erkannten, was eigentlich im Vorfeld hätte klar sein müssen: Die Nummer war geschmacklos. Sie ergriffen die Flucht hinter den Vorhang.

Da rettete das Pony Robin mit Heidrun Hafen vom „Theater Löwenherz“ sogleich die Stimmung und zeigte, dass auch kleine Pferdchen „Sitz“ und „Männchen“ beherrschen - und noch viel mehr. Ein Pferd bildete auch den Abschluss: Der weiße „Pegasus“ stolzierte, wie von Geisterhand ohne Zügel gelenkt, mit seinem beflügelten Reiter um eine grazile Tänzerin.

Als in diesem „Traumbild“ die kleine Ko-Moderatorin Jule einen Hund bekam, war das Sinnbild dessen perfekt, was die „Dog Live“-Gala beeindruckend mit Leben füllte: Mensch und Tier in Harmonie vereint.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/302182?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596157%2F596568%2F
Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Halle Münsterland: Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Nachrichten-Ticker