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Diskussionen über Neubau läuft

Münster - Trotz einer bundesweit eingeleiteten Fahndung nach den beiden, am Dienstag aus der JVA Münster ausgebrochenen Häftlingen, sind Amir Huruglica und Besim Delija weiterhin flüchtig. "Wir haben noch nicht die klassisch heiße Spur", verriet Klaus Laackmann, Pressesprecher der Polizei Münster, am Donnerstagmittag. Auch nach dem gestern bekannt gewordenen Detail, dass Amir...

Donnerstag, 21.01.2010, 12:01 Uhr

<1>Münster - Trotz einer bundesweit eingeleiteten Fahndung nach den beiden, am Dienstag aus der JVA Münster ausgebrochenen Häftlingen, sind Amir Huruglica und Besim Delija weiterhin flüchtig. "Uns fehlt die klassisch heiße Spur", verriet Klaus Laackmann , Pressesprecher der Polizei Münster, am Donnerstagmittag.

Nach dem Ausbruch der beiden Häftlinge will das Justizministerium bis zum Spätsommer entscheiden, ob das mehr als 150 Jahre alte Gefängnis an anderer Stelle neu gebaut wird. „Wir stehen in Gesprächen mit der Stadt“, sagte ein Sprecher des NRW-Ministeriums in Düsseldorf am Donnerstag und bestätigte Medienberichte.

Eine erste Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit hat NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter persönlich veranlasst. Das Dach, über das die beiden Häftlinge am Dienstagmorgen türmten, soll umgehend mit Stacheldraht versehen werden. Zugleich forderte die Ministerin gestern alle Leiter der 36 Vollzugsanstalten in NRW auf, „ihre Sicherheitssysteme eingehend zu überprüfen“. Dies gelte sowohl für die baulichen Gegebenheiten als auch für die organisatorischen Abläufe. „Wir dürfen in keinem Fall hinnehmen, dass die Sicherheit außerhalb und innerhalb der Gefängnismauern beeinträchtigt wird“, so Müller-Piepenkötter.

Zuvor hat sich Klaus Jäkel vom Bund der Strafvollzugsbediensteten kritisch zur JVA Münster geäußert: „Ich kann nicht verstehen, warum es dort, wo die 25 und 34 Jahre alten Männer ins Freie gelangt sind, keine Videoüberwachung gibt“. Er plädierte für eine „rasche Installation einer lückenlosen Videoerfassung“, die nicht nur die Gefängnismauern, sondern auch die Dächer im Visier haben sollte.

Ein möglicher Neubau des Gefängnisses sei schon länger im Gespräch gewesen, sagte der Ministeriumssprecher. „In der Küche gibt es erhebliche Mängel. Zudem sind viele Hafträume zu klein.“ Dies kann allerdings zu Schadensersatzforderungen von Häftlingen führen. Das Oberlandesgericht Hamm etwa hatte im vergangenen Jahre einem Ex-Häftling aus der JVA Detmold 2300 Euro Schadenersatz zugesprochen, weil er sich mit drei Mitgefangenen eine rund 18 Quadratmeter große Gemeinschaftszelle teilen musste.

Das Alter des 1853 erbauten Gefängnisses habe bei dem Ausbruch der Häftlinge keine Rolle gespielt, sagte der Sprecher. „Sie entkamen aus dem Arbeitsbereich, der in den 1960er Jahren renoviert wurde.“

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