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RAE-Flugzeuge bleiben am Boden - Firma war am FMO beheimatet

Dienstag, 26.01.2010, 20:01 Uhr

Greven - „Ja, das ist richtig.“ Die Antwort des RAE-Chefs Fabian Theiß fällt knapp aus. In vier Worten bestätigt der 27 Jahre alte Grevener, was nach Informationen unserer Zeitung seit Jahresbeginn Fakt ist: Die fünf Flugzeuge der Charterfluggesellschaft stehen am Boden und werden zum Verkauf angeboten. Warum der Charterflieger „Regional Air Express“, der 2006 seinen Firmen-Sitz von Mönchengladbach an den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) verlegt hat, nicht mehr fliegt, will Theiß hingegen nicht sagen.

Dabei hatte sich der FMO von der Charterfluggesellschaft durchaus mehr versprochen, schließlich hatte die kleine Airline anfänglich große Ziele im Programm. Für die inzwischen vom Markt verschwundene EAE übernahm die RAE die Linien nach Berlin und Zürich. Doch mit dem Linienbetrieb war bereits 2007 Schluss. Gleichwohl tummelte sich die RAE weiter im Businessgeschäft. Mit vier Me­­tro­li­nern und einem Citation-Jet besetzten die 17 Mitarbeiter die Nische des Privatcharterverkehrs. Dabei begleiteten sie die Rock-Kultband Deep-Purple auf ihrer Europatournee und flogen einen Hollywoodstar zur Premieren-Tour durch Europa.

Auch FMO-Sprecher Andrés Heinemann bedauert den Rückzug der RAE, wenngleich die Bedeutung für den Flughafen eher marginal sei, „weil es keinen Einsatz im Linienverkehr gab.“ Der Bereich des Businesscharters zeichne sich ohnehin durch Fluktuation aus. Am FMO verschmerzt man den Verlust: Seit vergangenem Jahr engagiert sich dort mit der Solid-Air ein neuer Business-Charterer.

Parallel zu dieser schlechten Nachricht wartete das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln mit einer auch für den FMO positiven Botschaft auf: Regionalflughäfen seien „Jobmotoren in der Provinz“. Pro eine Million Passagiere entstünden unmittelbar an den Airports 1000 Jobs, 2000 weitere würden durch Gewerbeansiedlungen in der unmittelbaren Nachbarschaft geschaffen. Bei 19 Regionalflughäfen bundesweit bedeutet dies fast 100 000 Ar­beits­plät­ze. Hinzu komme, so das IW, dass sich die Regionalflughäfen zu ei­ner wohnortnahen Alternative zu den Platzhirschen Düsseldorf, Frankfurt, München oder Düsseldorf entwickelt haben.

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