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Varus liegt nicht im Winterschlaf

Freitag, 15.01.2010, 18:01 Uhr

Bramsche-Kalkriese - Die winterliche Ruhe und das Schnee-Idyll im Grabungsschnitt auf dem antiken Schlachtfeld täuschen. Das Museum und der Park in Kalkriese haben die aufregendsten Monate seit Beginn der ersten Grabungen vor über 20 Jahren hinter sich. 210 000 Besucher in der Sonderausstellung „Konflikt“ über den jahrhundertelangen Kampf der Germanen gegen Rom sprechen eine deutlich Sprache. Auch die Besucherzahlen in Haltern (165 000) und Detmold (100 000) belegen eindrucksvoll: Historische Ausstellungen kommen an, wenn hochkarätige Ausstellungsgegenstände mit höchstem Expertenwissen und guter museumspädagogischer Präsentation eine glückliche Verbindung eingehen.

Für Joseph Rottmann , den Geschäftsführer von Museum und Park Kalkriese, steht fest, dass das Museumsgelände am mutmaßlichen Ort der Varusschlacht bei Bramsche nun in der kulturellen Öffentlichkeit ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit erreicht hat. Es freut ihn zudem, dass ein Bild von der Eröffnung der Varus-Ausstellung es sogar zum „Bild des Jahres“ brachte. Leserinnen und Leser der Homepage der Bundesregierung entschieden sich für das Foto, das Bundeskanzlerin Angela Merkel umgeben von historischen Kämpfern der Varusschlacht bei der Eröffnung des Ausstellungsteils „Konflikt“ im Mai in Kalkriese zeigt.

Der für fünf Millionen Euro eigens für die Großausstellung geplante neue Museumsbau, auch Besucherzentrum genannt, hat seine Bewährungsprobe 2009/2010 bestens bestanden. Zumal er nicht nur gute 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche im ersten Obergeschoss bietet, sondern auch einen repräsentativen Eingangsbereich, in dem die musealen Andenken und reichlich Fachliteratur ansprechend präsentiert und verkauft werden können. Auch Tagungen und Kongresse sind in Kalkriese nun in angemessenem Rahmen möglich. „Die Ausstellung 2009 hat einen warmen Regen gebracht“, bilanziert Joseph Rottmann, „und wir sind gut gerüstet für die Zukunft!“

Die Zukunft beginnt mit einer neuen Sonderausstellung bereits im März. Schon gehen die Planungen auch Richtung 2015, wenn sich die Rachefeldzüge des Germanicus zum 2000. Mal jähren.

Die umfangreichen Grabungen im Bereich des Germanenwalls 2009 werden zurzeit akribisch ausgewertet. Sie bestätigen nach Auskunft von Archäologin Dr. Susanne Wilbers-Rost die bisherigen Erkenntnisse über den Verlauf des mehrere Hundert Meter langen Walls, der den Germanen seinerzeit als Schutz und Hinterhalt diente. Weitere Münzen, auch eine Pfeilspitze und metallene Rüstungsgegenstände kamen wieder zum Vorschein. Ein anderer Schnitt vertiefte die Erkenntnisse über eine Siedlung aus der vorrömischen Eisenzeit.

Für 2011 sind weitere Prospektionen und Grabungen bis zu sechs Kilometer westlich und östlich der zentralen Grabungsstelle geplant. Das Fundgebiet in Kalkriese erstreckt sich über 30 Quadratkilometer. Hier gib es noch Forschungs- und Grabungsarbeit für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

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