Filmrezensionen
„Percy Jackson“: Junge, du hast den Blitz gestohlen

Donnerstag, 11.02.2010, 15:02 Uhr

Weil die „ Harry Potter “-Filmsaga bald endet, sucht Hollywood seit Jahren händeringend nach Nachschub im serienfähigen und jugendfreien Fantasybereich . Dabei gab es schon Ausfälle abzuhaken: „Eragon“ und „Tintenherz“ und „Der Goldene Kompass“ floppten allesamt.

Jetzt haben sich die Fox-Studios die „ Percy Jackson “-Romanreihe des Ex-Englischlehrers Richard Riordan vorgenommen und Chris Columbus, den Regisseur der ersten beiden „Potter“-Filme, engagiert, um die Umsetzung zu besorgen. Ob es zu weiteren Episoden kommen wird, wird das Einspielergebnis entscheiden; es würde verwundern.

Denn wirklich überzeugend ist wenig an diesem Potter-Verschnitt, das stabschwingende Zauberei durch griechische Mythologie ersetzt.

Zu Beginn glaubt Percy noch, ein ganz normaler amerikanischer Junge zu sein - obwohl er minutenlang unter Wasser die Luft anhalten kann. Dann erfährt er, dass er der Sohn des Meeresgottes Poseidon ist und obendrein verdächtigt wird, Zeus seinen Blitz geklaut zu haben.

In einem Trainingslager für Halbgötter muss er sich daran machen, einen Götterkrieg zu verhindern - und Pierce Brosnan macht als zauseliger Zentaur dabei eine besonders alberne Figur. Auch sonst stimmt vieles nicht - die Hopp­la­hopp-Dramaturgie ebenso wenig wie die gestelzten Dialoge und die teils schlechten Spezialeffekte.

Logan Lerman ist als Percy eine Art „Harry Potter in hübsch“, interessanter aber sind die Nebenrollen: Uma Thurman als schlangenbemützte Medusa, Sean Bean als blitzbefreiter Zeus und Steve Coogan als Unterweltchef Hades im Zwist mit Gattin Persephone haben gute Szenen; den Film als Ganzes können sie indes nicht aus dem Fantasy-Mittelmaß herauswuchten.

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