IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land
Bahn-Debatte kommt wieder in Fahrt

Dienstag, 30.03.2010, 15:03 Uhr

Tecklenburger Land - Die Diskussion um eine Wiederbelebung der Tecklenburger Nordbahn für die Personenbeförderung könnte in diesem Jahr wieder an Fahrt gewinnen. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) will jetzt die Grundlagen für eine Reaktivierung noch einmal untersuchen lassen.

Das bestätigte Diplom-Ingenieur Markus Rümke , beim ZVM zuständig für die Angebotsplanung, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Hintergrund: 2006 hatte die Verbandsversammlung des ZVM einen Nahverkehrsplan beschlossen, in dem auch die Tecklenburger Nordbahn Niederschlag gefunden hat. Nach geltenden Richtlinien sollten diese Pläne alle fünf Jahre fortgeschrieben werden, erläuterte Rümke. Aufgrund einer Änderung des Gesetzes für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) werde der neue Plan für ganz Westfalen-Lippe aufgestellt.

Im Jahr 2002 war im Auftrag des ZVM für die Nordbahn eine Machbarkeitsstudie erarbeitet worden. Diese muss nun der aktuellen Situation angepasst werden, berichtete Rümke. Dabei gehe es unter anderem um die möglichen Kosten, Fahrgastzahlen und andere Rahmenbedingungen.

Im April 2003 war das Gutachten erstmals in einer Sitzung des Lotter Verkehrsausschusses öffentlich vorgestellt worden. Danach könnten Personenzüge sieben oder acht Bahnhöfe ansteuern, je nachdem ob sie ab Mettingen oder Recke rollen. Diese Haltestellen wären am Hauptbahnhof Osnabrück, am Hasetor, in Eversburg, bei Kromschröder in Büren, an den Bahnhöfen Wersen und Westerkappeln, am Hallenbad Mettingen sowie am Bahnhof Recke.

Der Zug soll laut Machbarkeitsstudie halbstündlich halten, abends und an den Wochenenden im Stundentakt verkehren. Von Mettingen bis zum Hauptbahnhof wären die Fahrgäste 24 Minuten, von Recke eine gute halbe Stunde unterwegs. Bis zu 5000 Fahrgäste täglich könnten den Zug laut des gut acht Jahre alten Gutachtens nutzen - ohne Schüler immer noch 4400.

In den Debatten in den verschiedenen Ratsgremien der betroffenen Kommunen wurden seinerzeit allerdings Zweifel an solchen Zahlen laut. Auch gab es Kritik ob des Vorschlages, die Buslinien S 10, R 11 und der 111 durch den Zug zu ersetzen, was nach Meinung der Gutachter allein knapp 2000 Fahrgäste brächte.

Es könne ja nicht einfach ein Schulbus durch den Zug ersetzt werden, weil die Bahnhöfe teilweise weit von den Schulen entfernt seien, lautete ein Gegenargument von vielen.

Investitionskosten von 19 bis 25 Millionen Euro und jährliche Betriebskostenzuschüsse von 3,8 bis 4,5 Millionen Euro wurden 2003 genannt. Das waren jedoch nur grobe Schätzungen. Vermutlich dürften die Kosten heute deutlich höher liegen.

Die Gemeinde Westerkappeln hatte dem ZVM nach Vorstellung der Studie einen 25 Punkte umfassenden Fragenkatalog vorgelegt. Dabei ging es vor allem um den Lärmschutz sowie mögliche Kosten für die beteiligten Kommunen. Die Antworten lösten seinerzeit nicht unbedingt Euphorie für das Projekt aus. Zwar solle sichergestellt werden, so der ZVM, dass zu erwartende Verluste bei den Betriebskosten letztlich von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen getragen werden. Bei der Gestaltung der Bahnhöfe säßen die Gemeinden aber wohl mit im Boot.

Zur Kasse gebeten würden die Kommunen auch wohl bei der Sicherung von Bahnübergängen. Insgesamt kreuzen die Gleise von Recke bis Osnabrück über 50 Mal eine Straße. 13 Bahnübergänge sollen, so steht es in der Machbarkeitsstudie, geschlossen werden. Die anderen Übergänge sollen in der Regel durch Lichtzeichen und Halbschranken gesichert werden. Handelt es sich um eine Gemeindestraße müsse die Kommune nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz ein Drittel der Kosten tragen.

Markus Rümkle geht davon aus, dass die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn nach der Aktualisierung der Machbarkeitsstudie Bestandteil des neuen Nahverkehrsplans Westfalen-Lotte sein wird.

Über die tatsächlichen Chancen sagt das freilich wenig aus.

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