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Erste Mannschaft noch zukunftsfähig?

Montag, 29.03.2010, 15:03 Uhr

Tönnishäuschen - Bis zum Sommer sollen sich die Spieler Gedanken machen, welche Perspektiven sie für sich sehen. Diese „Hausaufgabe“ gab Andreas Scheffer , Geschäftsführer des 1. FC Tönnishäuschen , den - auffällig wenigen - Vertretern der ersten Mannschaft mit auf den Weg. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Clubheim „Alte Schule“ forderte Scheffer ein offenes Wort von jedem. „Wir müssen wissen, wie wir in Zukunft planen sollen“, sagte er.

Anlass für die Perspektiv-Diskussion war der Kassenbericht von Andrea Wördemann. Darin zeigte sich, dass die Finanzierung der ersten Mannschaft nahezu die kompletten Mitgliedsbeiträge im Jahr „auffrisst“. Ausgaben für Verbände, sonstige Beiträge und Strafen sowie die Sporthilfe zusammengenommen ergeben einen „Batzen von über 2000 Euro“, so die Schatzmeisterin. Wenn der FC Tönnishäuschen nicht seine „Zusatzevents“ - das Musikfestival „Tönnis rockt“ oder das jährliche Straßenturnier - auf die Beine stellen würde, sähe es finanziell düster aus.

„Ein Großteil unserer Einnahmen geht für den Spielbetrieb drauf. Wir müssen uns fragen, ob wir so viel Aufwand betreiben, nur um den jetzigen Standard aufrechtzuerhalten“, erklärte Andreas Scheffer. „Wenn die Spieler weiterhin wollen, machen wir das gerne. Aber wenn sich abzeichnet, dass das Interesse sinkt und kaum Bereitschaft da ist, dass der eine oder andere auch mal eine Aufgabe bei der Organisation dieser Sonderveranstaltungen übernimmt, dann hat das Ganze nur noch wenig Sinn.“

Man wolle nicht schwarzmalen, aber es bringe auch nicht viel, wenn fünf bis acht Mann fest hinter dem FC stehen, denn eine Mannschaft bestehe immer noch aus elf Spielern - plus Ersatzspielern.

Derzeit spielt die Truppe aus der Kapellengemeinde in der Kreisliga C. Von einem erneuten Aufstieg in die B-Liga, der im Vorjahr noch angepeilt wurde, sind die Männer allerdings weit entfernt. Wohin geht also die Reise? Klassenerhalt oder Rückkehr zu den Wurzeln, also Betriebs- oder Hobbysport? „Denkt drüber nach. Spielt mit offenen Karten und sagt nicht erst kurz vor Toresschluss, was ihr wollt“, forderte schließlich auch Trainer Michael Kendermann . Ihm bescheinigte Andreas Scheffer obendrein „eine Menge Geduld“. Laut Kendermann sei die Mannschaft „gar nicht so schlecht, wie sie momentan steht“. Das Problem sei die fehlende Trainingsbeteiligung. Thomas „Mötte“ Gerullis hielt fest, dass die Diskussion über die Zukunft des Vereins nicht zu unterschätzen ist: Es gebe keine echte Jugendarbeit, es fehle an „Eigengewächsen“. Gitte Lüring, die „ewige Kassenprüferin“, wurde wiedergewählt. Einstimmig wählten die Sportler Ulrich Hanskötter als zweiten Prüfer an ihre Seite.

Mit 273 Mitglieder, davon vier Neuaufnahmen, hält sich der Verein stabil - wenn auch mit leicht sinkender Tendenz. Der Bericht des Vorstands - Vorsitzender Hubertus Beier war diesmal verhindert - bot trotz aller Zukunftssorgen zahlreiche erfreuliche Höhepunkte. So war der „Mexiko-Abend“ auf dem Sportplatz ein voller Erfolg. Ein Präsent überreichte Andreas Scheffer daher an Christoph Bömer. Dieser hatte gemeinsam mit seiner Frau Martina bei den meisten Veranstaltungen des Vereins für das leibliche Wohl gesorgt. So auch beim kleinen Festival „Tönnis unplugged“.

Geärgert haben sich die Tönnishäuschener über despektierliche Äußerungen von Rot-Weiß-Vertretern aus Ahlen über ihren Verein im Lokalfunk. Anlass war die Nichtteilnahme an der Ahlener Hallen-Stadtmeisterschaft im Vorjahr.

Am 17. Juli gibt es dann die Neuauflage des Rockfestivals. Und am Samstag, 26. Juni, lädt der FCT wieder zum Kleinfeldturnier ein. Interessierte Hobbymannschaften können sich per E-Mail melden (info@fc-toennishaeuschen.de) oder direkt bei Andreas Scheffer unter der Telefonnummer 01 71 / 3 06 47 96. Am Abend zuvor sind Dorfbewohner, Mitglieder und Freunde zu einem großen Fest eingeladen.

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