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Luft für Dieter Jasper wird dünner - Ungenauigkeit im Lebenslauf

Freitag, 05.03.2010, 06:03 Uhr

Hopsten /Berlin - Die Bundestagswahl muss im Kreis Steinfurt nicht wiederholt werden. Dennoch könnte die Luft für den CDU-Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper schon bald sehr dünn werden. Bundestagspräsident Norbert Lammert ( CDU ) hat am Donnerstag den Einspruch gegen das Ergebnis im Wahlkreis Steinfurt III zurückgewiesen. Jasper hatte zu Unrecht einen Doktortitel geführt.

Das stelle nach Würdigung aller „rechtlichen und tatsächlichen Aspekte“ keinen „offenkundigen und gravierenden Wahlfehler“ dar, schrieb Lammert gestern an die Abgeordnete der Linken, Kathrin Vogeler.

Doch die Freude des CDU-Bundestagsabgeordneten aus Hopsten dürfte nicht lang anhalten. Am Donnerstag wurden Ungenauigkeiten in dessen beruflichem Lebenslauf bekannt. Jasper gibt auf der Homepage des Bundestages an, von 1989 bis 1990 bei der renommierten Unternehmensberatung Kienbaum in Düsseldorf gearbeitet zu haben.

„Nach unseren Erkenntnissen war Herr Jasper lediglich vom 13. März bis zum 16. Juni 1989 als Praktikant bei uns tätig. 1990 war er nicht bei uns“, sagte Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer der Kommunikationsabteilung bei Kienbaum in Düsseldorf. Jasper selbst sagte unserer Zeitung: „Ich äußere mich grundsätzlich nicht mehr zu solchen Fragen.“

Eine Ungenauigkeit im Lebenslauf, die anders als das falsche Führen eines Doktortitels zwar nicht juristisch strafbar ist, die Jaspers politische Stellung aber weiter schwächen dürfte. SPD und Linke haben bereits einen Rücktritt Jaspers gefordert, auch CDU-Größen gehen immer stärker auf Distanz.

Auch für die Staatsanwaltschaft Münster ist der Fall noch nicht endgültig erledigt. „Wir prüfen im Moment immer noch die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens“, sagt Wolfgang Schweer von der Staatsanwaltschaft Münster.

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