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Mike Krüger: Handicap 10

Donnerstag, 15.04.2010, 08:04 Uhr

Münster - Seit 35 Jahren steht Mike Krüger auf der Bühne. Die größten Hits der „ Supernase “ kennt noch heute jedes Kind - von „Mein Gott Walter“ bis „Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehn“. Vor seinem Auftritt im GOP-Varieté am Montag (19. April) sprach WN-Redakteur Martin Kalitschke mit dem Comedian.

Herr Krüger, Sie sind gerade von Quickborn nach Hamburg gezogen. Was sagen die Quickborner dazu?

Krüger: Die sind traurig. Die Promi-Bustouren haben Ihr einziges Ziel verloren.

Warum haben Sie der Stadt den Rücken gekehrt?

Krüger: Wir hatten ein großes Haus in Quickborn, unsere Tochter wohnt allerdings schon länger nicht mehr bei uns. Meiner Frau wurde das alles zu aufwendig. In Hamburg haben wir jetzt eine schöne Wohnung gefunden.

Sie sind seit 33 Jahren mit Ihrer Frau verheiratet. In den Zeitungen war Ihre Ehe nie ein Thema.

Krüger: Ich bin ja nicht Olli Pocher. Wir haben das mit unserem Privatleben gut hingekriegt. Es weiß sogar kaum jemand, wie unsere Tochter aussieht.

Wie anstrengend war - und ist - es für Ihre Frau, mit einem Comedian verheiratet zu sein?

Krüger: Wenn Frauen nach dem idealen Mann gefragt werden, sagen sie oft: Hauptsache, er hat Humor. Das Aussehen ist hingegen vielen egal. Nun, Humor habe ich. Aber wenn man verheiratet ist und regelmäßig auf der Bühne steht, dann muss der Ehepartner schon tolerant sein.

Muss Ihr Frau auch ab und zu als Testzuschauer herhalten?

Krüger: Nein, das wäre ja ganz fürchterlich. Sie hält sich da vollkommen raus und sieht das Programm erst, wenn ich auf Tour bin. Vom aktuellen Programm war sie übrigens sehr beeindruckt. Da war ich natürlich sehr happy.

Sie haben vorhin Oliver Pocher erwähnt. Können Sie eigentlich über seinen Humor lachen?

Krüger: Humor auf Kosten des Publikums käme für mich nicht in Frage. Die Leute haben viel Geld gezahlt, um einen zu sehen, da sollte man sie nicht vorführen. Was nicht heißen soll, dass ich nicht auch im Kontakt zum Publikum stehe und es zwischendurch sehr lustig werden kann.

In Kritiken werden Sie immer öfter als „Altmeister“ des deutschen Humors bezeichnet.

Krüger: Viele Kollegen sagen das ebenfalls, auch aus der jüngeren Generation. Das freut mich natürlich.

Wie haben Sie es geschafft, in 35 Jahren nie ganz weg vom Fenster gewesen zu sein?

Krüger: Wichtig ist Disziplin. Wenn ich um 20 Uhr ein Konzert habe, kann ich nicht erst um 21 Uhr die Bühne betreten. Und man muss alles gut organisieren. Dabei hat mir immer meine Familie den Rücken freigehalten. Das Publikum merkt es, wenn da oben einer auf der Bühne steht, der wirklich viel Spaß hat.

Waren Sie nie in Gefahr abzuheben?

Krüger: Ich bin nicht der Typ, der Geld durch die Gegend wirft. Auch nicht bei einem großen Erfolg. Als ich jung war und plötzlich wochenlang auf Nummer 1 der Charts stand, war ich natürlich in Gefahr zu glauben, dass ich etwas Besonderes bin. Aber da hat mich dann sofort wieder meine Frau eingenordet.

Sie werden bald 60. Was planen Sie als Nächstes?

Krüger: 2011 werden wir die Tournee fortsetzen, ich habe Blut geleckt.

Bleibt da noch genügend Zeit zum Abschalten?

Krüger: Ich kann gut zu Hause entspannen. Nicht weit entfernt ist ein Golfplatz, auf dem ich oft spiele oder einfach auf der Terrasse sitze.

Welches Handicap haben Sie?

Krüger: Zehn. Aber ich arbeite dran.

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