Sicherheitstraining für Biker
Bei Volldampf in die Eisen

Rheine. Der Helm sitzt, der Motor heult auf. Ein prüfender Blick: Alle Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen. 

Samstag, 29.05.2010, 00:00 Uhr

Die Grevenerin W. F. gibt Gas. Wie eine Rakete rast ihre Kawasaki davon. „Brumm!“ Plötzlich bremst die junge Frau ihre Maschine mit aller Gewalt ab. Die Räder blockieren. Quietschende Reifen! F. kommt zum Stehen. Solche Szenen spielen sich am Samstag bei einem Sicherheitstraining für Motorradfahrer auf dem Flugplatz in Dreierwalde ab. Dort versammelten sich neben W. F. über 30 Fahranfänger aus dem gesamten Münsterland, um Grenzsituationen im Straßenverkehr zu simulieren. Organisiert wurde das Sicherheitstraining von einer Fahrschule aus Münster. „Wir trainieren verschiedene Elemente des Motorradfahrens“, sagt Organisator Andreas Potthoff . „Mit gezielten Übungen sollen alle Bereiche, in denen Motorradfahrer gelegentlich Schwierigkeiten haben, nachgestellt werden“, ergänzt der Fahrschullehrer. Auf der Tagesordnung stehen am Samstag beispielsweise das Kurvenfahren, das Abbremsen und das Aufnehmen von Schräglagen.

„Der Flugplatz in Dreierwalde bietet dafür die ideale Umgebung“, betont Potthoff. Die 30 Motorradfahrer werden am Samstag in verschiedene Gruppen eingeteilt. Eine erste Herausforderung wartet an der Station des Fahrsicherheitstrainers Thomas Schulz auf die Biker. Er führt die Motorradfahrer in die hohe Kunst des Slalomfahrens ein. „Um die Hütchen zu umkreisen, müssen wir bei einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern rechts oder links am Lenker drücken, um das Motorrad in die Kurve zu bekommen“, betont Schulz. Quietschende Reifen und durchdrehende Räder an der Station von Fahrlehrer Manfred Bockloh: „Bei dieser Übung lernen die Kandidaten, in Notsituationen möglichst schnell und effizient abzubremsen“, sagt Bockloh. So mancher Draufgänger stößt hier an seine Grenzen. Obwohl Bockloh im Vorfeld noch gewarnt hatte, es nicht arg zu schnell angehen zu lassen, drücken einige Biker richtig aufs Gas. Blockierende Räder sind hier keine Seltenheit.

Etwas gemütlicher geht es unterdessen an der Station von Trainer Martin Ross zu. Hier ist vor allem Geschicklichkeit gefragt. Vorsichtig müssen die Fahrer das rote Hütchen von der einen auf die andere Stange setzen. Bei dieser Übung beweisen vor allem die Fahrerinnen große Geschicklichkeit. Zu ihnen gehört auch die Grevenerin W. F. Sie steht für einen neuen Trend: „Motorradfahrerinnen sind momentan stark im Kommen“, sagt Organisator Andreas Potthoff. Da stellt sich natürlich die Frage, wer denn nun besser fährt: Frauen oder Männer? Für Potthoff liegt die Antwort auf der Hand: „Große Unterschiede gibt es da sicherlich nicht. Wenn es jedoch um Grenzerfahrungen geht, stellt man schnell fest, dass viele Frauen eher vorsichtiger fahren. Die Kerle sind risikobereiter“, behauptet der Fahrschullehrer. Ob Frau oder Mann, ob Jung oder Alt: Die Sicherheit muss bei all dem Spaß jedoch immer oberste Priorität haben: „Nur aufs Motorrad steigen, wenn man richtig fit ist!“, rät deshalb Fahrlehrer Andreas Potthoff.

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