80 Jahre Lengerich - Artikel - Content
Aufleuchtende Augen: Super

Donnerstag, 20.05.2010, 19:05 Uhr

Lengerich - Äußerlich wirkt Larissa Puaschitz ruhig. Die 19-Jährige sitzt vor einem Spiegel im Salon von Udo Lindemann. Die langen, dunklen Haare fallen bis weit auf den Rücken. Das wird sich in wenigen Minuten ändern. „Ich bin ein bisschen nervös“, gibt sie zu. Verständlich, schließlich „hatte ich immer lange Haare“. Ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr. Larissa Puaschitz hat sich bei der Vorher-Nachher-Aktion beworben und ist ausgewählt worden. Friseurmeister Udo Lindemann, das Fotohaus Kiepker und der „Landbote“ sind die Akteure.

Mareike Sonntag und Madita Schmidt nähern sich. Sie werden in den nächsten Stunden aus Larissa einen anderen Menschen machen. Äußerlich. So, wie die Abiturientin jetzt aussieht (ganz gut - finde ich), ist sie von Elisabeth Kiepker fotografiert worden. „Ich möchte was mit meinen Haaren machen“, nennt die junge Frau den Grund für ihre Bewerbung. Das klingt eher zweifelnd als überzeugt.

Das Haar wird gewaschen. Das wird noch mehrfach geschehen in den nächsten drei Stunden. Diesen Zeitrahmen haben die beiden Friseurinnen und ihre Chefin Gabi Lindemann veranschlagt, um das Erscheinungsbild der 19-Jährigen zu verändern. Nicht grundlegend, aber nachhaltig.

Am nächsten Mittwoch steht die Prüfung im vierten Abi-Fach an, erzählt die Graf-Adolf-Schülerin. Reli gilt es dann mündlich zu bewältigen. Englisch, Pädagogik und Mathe hat sie schriftlich erledigt. Mit einem ganz guten Gefühl, wie sie auf Nachfrage versichert.

Mareike Sonntag schneidet schon einen Weile. Nicht mit einer Schere, mit einem Messer. So 20 Zentimeter werden die Haare an Länge einbüßen, hat sie vorher mit Hilfe eines Handspiegels erläutert. „Ein komisches Gefühl weil ich nicht abschätzen kann, wie viel abkommt“, sagt Larissa Puaschitz beim Blick in den Spiegel. Jetzt ist es passiert.

Es wird ein Volumen-Haarschnitt mittels einer speziellen Messer-Schnitttechnik, erläutert Udo Lindemann. Dadurch werde das Haar zur Fülle animiert. Mareike Sonntag schneidet Strähne um Strähne kürzer. Sieht gefährlich aus für die Hand, „ist es aber nicht“, wie sie versichert. Zwei Lehrgänge und zahlreiche Übungsköpfe haben ihr Sicherheit gegeben.

„Es ist angenehm, hier zu sitzen“, sagt Larissa Puaschitz knapp zwei Stunden später. Vor ihr steht ein Latte Macchiatto, auf dem Kopf hat sie Alu-Streifen. Die Haare sind längst auf neuer Länge. Jetzt kommt die Folie runter, die Blondierung wird ausgespült. „Keine Farbe“, betont Madita Schmidt. Die Strähnen sollen nur „etwas Spiel in die Haarfarbe bringen“.

Eine kleine Kopfmassage beim Haarewaschen. Handtuch über das Haupt, Stuhllehne hoch, etwas rubbeln - Spannung liegt in der Luft. „Wow!“ entfährt es der 19-jährigen. Das Gesicht strahlt, die Augen glänzen. Madita Schmidt hat´s getroffen mit den Strähnen. Die passende Anzahl, der richtige Farbton - „Super!“

Gabi Lindemann ist nicht ganz zufrieden. Etwas Nougat könnte dazukommen. Nicht als Konfekt, sondern als Ergänzung fürs Haar. Larissa Puaschitz hat sich mit der neuen Frisur - „So viele Strähnen hatte ich noch nie, aber mir gefällt´s“ - längst angefreundet. Derweil haben sich die drei Fachfrauen verständigt. Etwas Glanztönung, damit die Strähnen etwas karamelliger wirken.

Auf dem Nachbarstuhl liegt ein dickes Buch mit Frisuren. Für den Abi-Ball hat die 19-Jährige schon mal einen Blick riskiert, was wohl in Frage käme. Zehn bis 15 Minuten muss die Tönung einwirken. „Mindestens“, wie Mareike Sonntag präzisiert. Zeit, mit dem Gesicht zu beginnen.

Gabi Lindemann legt Stifte und Farben bereit. Larissa Puaschitz äugt interessiert herüber. Mit einer Tagescreme fängt die Expertin an, „damit die Gesichtshaut geschmeidig bleibt“. Vorsichtig trägt sie mit einem Pinsel etwas Creme zum Aufhellen der Augen-, Nasen- und Mundpartie auf. Dann ist das Make-up dran. Gabi Lindemann benutzt ein Schwämmchen, „damit es nicht so dick draufkommt.“

„Sie hat eine Haut wie ein Kullerpfirsich“, staunt die Expertin. Keine Hautunreinheiten, keine Pickel, „nichts“. Die Kontur der Lippen wird nachgezogen. Lipp-Gloss in einem zarten Pfirsich-Ton, ein Kajalstift für den Lidstrich, Lidschatten in Rose, Pfirsich, Grün, Puder gegen den Glanz „und damit das Make-up hält“. Ein prüfender Blick. Noch etwas Lidschatten, etwas Kajal, Wimperntusche. Fertig.

Die Glanztönung wird ausgewaschen, Trocknen mit dem Fön - dann der Blick von Larissa Puaschitz in den Spiegel. Die aufleuchtenden Augen verraten es schneller, als sie das Wort „Super“ sagen kann. Gegen ihr Strahlen hilft auch kein Puder. Die Haare wirken fülliger - so wie es Mareike Sonntag vor dem ersten Schnitt versprochen hat. Das Make-up ist als solches nicht zu erkennen - perfekt.

„Du gehst heute nicht ins Bett“, lacht Gabi Lindemann. Jetzt noch die abschließenden Fotos bei Elisabeth Kiepker, dann geht´s nach Hause. Mama wird als erste die „neue“ Larissa sehen. Auch der Freund ist neugierig.

„Es war super, alle waren zufrieden“, erzählt die 19-Jährige, die Pädagogik studieren möchte, vom Empfang in Leeden. Am Morgen hat sie die Haare nur durchgekämmt. „Die sitzen immer noch toll“, schwärmt sie.

» Die Vorher-Nachher-Aktion im Rahmen „80 Jahre Landbote“ mit dem Friseursalon Udo Lindemann und dem Fotohaus Kiepker geht in die zweite Runde. Einen Bewerbungsbogen finden Sie auf der fünften Lokalseite dieser Ausgabe.

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