Eurocityfest
"Hochspannung auf der Bühne" - Interview mit Wolf Maahn

Freitag, 14.05.2010, 10:05 Uhr

Münster - Neben den Stranglers gehört Wolf Maahn sicher zu den bekanntesten Künstlern, die beim diesjährigen Eurocityfest auf der Bühne stehen. Der 55-Jährige spielt mit seiner Band am Samstag (15. Mai) ab 20.30 Uhr auf dem Domplatz. Unser Redakteur Paul Meyer zu Brickwedde sprach im Vorfeld mit ihm über den Auftritt in Münster, sein aktuelles Album und seine Einstellung zur Musik.

Herr Maahn, im Bekanntenkreis habe ich Leute gefragt, was ihnen zu Wolf Maahn einfällt. Da kamen Stichworte wie Deutschrocker, 80er Jahre, die Zeit von Klaus Lage, Heinz-Rudolf Kunze und Co.. Werden Sie mit diesem Bild oft konfrontiert?

Maahn: Es gibt die einen, die damals stehen geblieben sind, und die anderen, die weiter mit einem gegangen sind.

Was verpassen die, die stehen geblieben sind?

Maahn: Jemanden, der sich persönlich und musikalisch weiterentwickelt hat - im Sinne von Verdichtung, höherer Qualität. Leider ist es ja so, dass Rockmusik im Fernsehen nicht mehr stattfindet. Das ist sicher ein Grund dafür, dass viele, und gerade Erwachsene, vom aktuellen Geschehen fern gehalten werden.

Bekannt sind Sie auch dafür, dass Sie sich gesellschaftlich und politisch engagieren - sei es in den 80er Jahren mit dem Lied „Tschernobyl“ oder später mit „Rock for Bosnia“ und Wahlkampfhilfe für die SPD. Warum machen Sie das?

Maahn: Weil ich gegenüber bestimmten Dingen eine Haltung habe und die auch äußern will. Wahrscheinlich hat das mit den Beatles zu tun, die ich schon sehr früh gehört habe und die, dank John Lennon, auch Position zu gesellschaftlichen Fragen bezogen haben.

Vor einigen Wochen ist ihr neues Album „Vereinigte Staaten“ herausgekommen. Wie würden Sie es in wenigen Sätzen beschreiben?

Maahn: Wie immer verschiedenste Stilrichtungen von Rock bis Soul; auch diese Lust auf Verspieltheit ist wahrscheinlich Beatles-inspiriert. Es sind sehr persönliche Lieder dabei, wie „Am heutigen Morgen“, ein R´n´B-Stück, das in Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo entstanden ist. Und gesellschaftliche Themen spielen eine Rolle - etwa bei „Das Ding“, da geht es darum, dass die Welt immer weniger für die Menschen konzipiert ist, sondern mehr für Kommerz und Marketing. Das Oberthema bei „Vereinigte Staaten“ lautet: Wie wir zusammenleben.

Was können wir vom Auftritt in Münster erwarten?

Maahn: Stücke vom neuen Album und Wolf-Maahn-Klassiker - und Hochspannung auf der Bühne. Ich freue mich auf jeden Fall auf Münster, denn mit Band war ich wirklich lange nicht mehr in der Stadt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/184274?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596157%2F596528%2F
Nachrichten-Ticker