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"Landschaftsverband bleibt" - Keine Mehrheit für Teilungspläne

Donnerstag, 13.05.2010, 19:05 Uhr

Münster/Düsseldorf - Während in Düsseldorf die Spekulationen um mögliche Koalitionen immer undurchsichtiger werden, atmet man beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster auf. „Natürlich wird man sehen müssen, wie sich die neue Landesregierung zusammensetzt. Aber ich gehe fest davon aus, dass die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland erhalten bleiben“, zeigt sich der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Wolfgang Kirsch ( CDU ), optimistisch.

Hintergrund dieser Einschätzung ist die Tatsache, dass die CDU nach den gewaltigen Stimmverlusten keine Mehrheit mehr finden wird, die 2005 geplante Zerschlagung der Landschaftsverbände und Bezirksregierungen umzusetzen. „Unsere Argumente haben gezogen“, ist sich Kirsch sicher. Die SPD in NRW hatte sich in den fünf Jahren der Opposition stets von Plänen, Nordrhein-Westfalen in drei Verwaltungsbezirke Ruhrgebiet, Rheinland und Westfalen zu teilen, distanziert. Aus diesem Grund dürften auch in einer möglichen großen Koalition die Pläne für eine grundlegende Verwaltungsstrukturreform kein Thema mehr sein. „Dennoch werden wir wachsam sein - das gilt für jede mögliche Regierung“, so Kirsch weiter.

Diese Wachsamkeit dürfte auch nötig sein. Denn nach der Wahl dürfte es dem westfälischen Landesteil noch schwerer als vorher fallen, seine Interessen in Düsseldorf durchzusetzen. Mit Sorge blicken Beobachter vor allem auf die CDU. Der Grund: In der vormaligen Regierungspartei positionieren sich im Moment vier Politiker als mögliche Nachfolger von Jürgen Rüttgers (Parteivorsitz) und Helmut Stahl (Fraktionsvorsitz) - mit Norbert Röttgen und Andreas Krautscheid stammen allein zwei aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Auch dem NRW-Integrationsminister Armin Laschet aus Aachen werden Ambitionen auf höhere Ämter nachgesagt.

„Die Westfalen haben in der geschrumpften CDU-Landtagsfraktion deutlich mehr Abgeordnete verloren als die Rheinländer“, sagt ein Politiker, der seinen Namen nicht nennen will. Einzige westfälische Hoffnung ist im Moment der bisherige NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (Riesenbeck). Sollte die CDU tatsächlich in die Opposition gehen, wird der Chef des CDU-Bezirksverbandes Münsterland als möglicher Fraktionschef gehandelt. An die Parteispitze könnte dann Norbert Röttgen oder Andreas Krautscheid treten.

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