USC Münster
Ein schwäbisches Geschäft mit „Geschmäckle“

Samstag, 24.12.2011, 22:43 Uhr

Münster - Die Volleyballerinnen des USC wollen in der kommenden Saison gehobenen Ansprüchen in der Frauen-Bundesliga gerecht werden. In dieser Hinsicht setzte der Verein mit der Verpflichtung von Kristin Kasperski, die vom Schweriner SC nach Münster kommt, und der Vertragsverlängerung mit Zuspielerin Michaela Jelinkova ein Zeichen. Eine tragende Rolle im Konzept spielte auch Maren Brinker . Doch die Außenangreiferin zieht es bekanntlich zum Liga-Rivalen Allianz Volley Stuttgart .

Nicht die Tatsache als solche, dass die Nationalspieler dem Lockruf aus Schwaben folgt, erzürnt die Verantwortlichen beim USC. Vielmehr sind es die Umstände, die Brinkers Wechsel forcierten. „Es kann nicht Sinn und Zweck sein, dass der Teammanager der Nationalmannschaft so etwas steuert. Das ist eine Riesen-Sauerei“, ärgert sich Jürgen Schulz , Vizepräsident Sport beim USC. Hintergrund: In Stuttgart wird Brinker künftig von Jan Lindenmair trainiert. Der ist zugleich auch als Delegationsleiter der deutschen Nationalmannschaft auf Tour. Das ist ein Pfund, mit dem er wuchern kann, wenn es darum geht, Spielerinnen von außerhalb anzulocken. Es garantiert den Umworbenen Nähe zur deutschen Nationalmannschaft. Denn: „Sobald der Bundesadler auftaucht, klimpern alle mit den Augen“, weiß Schulz.

Zugleich profitiert auch die Vereinsmannschaft von der Doppelfunktion ihres Trainers. Und dadurch erhält dieser Geschäft ein ganz besonderes „Geschmäckle“, wie man in Schwaben zu sagen pflegt. Denn zwangsläufig hat Stuttgart einen Standortvorteil gegenüber der Bundesliga-Konkurrenz.

Schulz betont ausdrücklich, dass Maren Brinker sich in jeder Hinsicht absolut „korrekt und sauber“ (O-Ton Schulz) verhalten habe. Wünschenswert wäre hingegen, dass die gängige Praxis, wonach ein Vereinstrainer auch beim nationalen Verband beschäftigt sei, rasch abgeschafft werde. Freilich ist das auch eine Frage des Geldes. Und da sich der Deutsche Volleyball-Verband bekanntlich nach der Decke strecken muss, werden die Vereine wohl noch einige Zeit mit den augenblicklichen Verhältnissen leben müssen.

Trotz dieser Umstände, die Brinkers Wechsel überlagerten, sieht sich der USC auf gutem Wege in die neue Saison. „Es ist um den Verein deutlich besser bestellt als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres“, verkündet der Sportleiter. Mit Andrea Berg, Sina Kostorz, Neuzugang Kristin Kasperski und Michaela Jelinkova sind zurzeit zwar erst vier Spielerinnen vertraglich fest. Doch Sonntag ist Urlaubsende beim USC. Dann sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Gespräche mit Lea Hildebrand, Katharina Holzgreve, Barbara Degi und Ines Bathen sowie die mit einem Doppelspielrecht ausgestatteten Sina Fuchs, Rebecca Schäperklaus und Kim Behrens sollen rasch zu Ergebnissen führen. Schulz: „Wir wissen, dass wir uns auf die Mädchen verlassen können.“

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