80 Jahre Lengerich - Artikel - Content
„Keine Schleife, super!“

Montag, 28.06.2010, 03:06 Uhr

Lienen / Lengerich - „Hauptsache, Du kommst chic wieder“, hat Oliver gesagt. Dann fügt er hinzu: „Aber ohne Schleife !“. Claudia Hagemann-Deske lacht, als sie diese Episode erzählt. Jetzt sitzt sie im Salon Udo Lindemann an der Lienener Straße. Im Spiegel sieht sie, wie sie aussieht. Das wird sich in den nächsten Stunden ändern. Die 32-jährige aus Lienen ist die zweite Gewinnerin der Vorher-Nachher-Aktion, die gemeinsam von den Westfälischen Nachrichten aus Anlass des Jubiläums „80 Jahre Tecklenburger Landbote“, dem Salon Udo Lindemann und dem Fotohaus Kiepker durchgeführt wird.

„Warum er Schleife gesagt hat, weiß ich auch nicht“, wundert sich die zweifache Mutter immer noch über diesen Spruch ihres fünfjährigen Sohnes. Tülay Imre tritt an den Stuhl heran, fragt Claudia Hagemann-Deske nach ihren Wünschen. „Irgendwie kürzer, ein paar Strähnen, etwas Farbe“, sagt sie zögernd. „Ich bin für alles offen“, kommt es ihr dann entschieden über die Lippen.

Die Friseurin wuselt die Haare auseinander. „Es wird etwas meliert bleiben“, sagt sie dann. Seitlich etwas fransig lassen, am Hinterkopf etwas höher kommen - zustimmendes Nicken im Stuhl. „Ich habe einen doofen Wirbel vorne rechts“, zeigt die Lienenerin an. Die Fachfrau bleibt unbeeindruckt.

„Ich hatte morgens den Coupon in der Zeitung gesehen und gedacht, schreib mal ´ne E-Mail und schau was passiert“, beschreibt Claudia Hagemann-Deske ihre Bewerbung. Die Vorher-Nachher-Aktion kommt ihr wieder in den Sinn als das Telefon klingelt. „Sie haben gewonnen“, hört sie. „Die Familie hat gesagt, dass wird eh´ nichts“, lächelt sie. Als es dann doch was wird, stärken ihr alle den Rücken. „Klar machst Du da mit“, haben alle gesagt. Jetzt sitzt sie im Salon und erhält eine Antwort auf die jahrealte Frage: „Ich weiß nie, was ich mit den Haaren machen soll?“

Das Haar ist gewaschen, eine leichte Kopfmassage beim Abtrocknen. „Wir machen das so, das es schnell geht mit dem Fönen, ein bisschen wuschelig.“ Sie nickt zu den Worten von Tülay Imre, schaut dabei aufmerksam in den Spiegel. Plötzlich steht eine weitere junge Frau neben dem Stuhl. „Das ist Melina, meine Nichte, die wollte vorbeischauen“, klärt die zweifache Mutter auf.

Ihr Mann Daniel will sich überraschen lassen. „Ich bin ja mal gespannt“, hat er gesagt. Das trifft auch für ihre Eltern und Schwiegereltern zu, die zu dieser Stunde auf die beiden Kinder - Oliver und seinen halbjährigen Bruder Tom - aufpassen. „Mein Mann muss arbeiten“, sagt Claudia Hagemann-Deske. Wer wird das veränderte Aussehen dann als Erster sehen? „Meine Freundin“, antwortet die Lienenerin. „Mit der habe ich mich schon auf ein Radler verabredet“, fügt sie hinzu. Angesichts des sich anbahnenden lauen Sommerabends eine gute Idee. „Oliver will versuchen, wach zu bleiben.“ Ob es der Fünfjährige schaffen wird?

Tülay Imre schneidet mit dem Messer die Haare. „Das gibt mehr Fülle“, erläutert sie kurz. Die Frage der Farbe ist noch offen. „Ich hatte sie bislang immer heller“, sagt Claudia Hagemann-Deske zu ihren Strähnchen. Ihre Haarfarbe ist ein Mittelblond. Jetzt soll die Pracht etwas dunkler werden? „Das geht in Richtung Gold-Braun“, erläutert die Friseurin. Ob der Gewinnerin ihre gleich zu Beginn gemachte Aussage wieder durch den Kopf geht - „Die Frisur darf frech werden“?

„Keine Vorstellungen“, sagt sie zur Frage nach dem Make-up. Nach Tülay Imre wird Sarah-Sophia Kortkamp sich um die 32-Jährige kümmern. Beide Fachfrauen arbeiten an diesem Abend auf ungewohntem Terrain. Eigentlich sind sie im Salon an der Bahnhofstraße um das Wohl der Kunden bemüht. Die zweifache Mutter hat inzwischen beschlossen, welche Bedingungen das Make-up erfüllen muss: „Es muss schnell gehen morgens“, sagt sie mit Blick auf die Kinder. Außer einem Kajal-Stift benutze sie kein Make-up. „Außer, wir gehen mal aus.“

Tülay Imre hat Pause. Das Haar glänzt in einem schönen dunklen Blond. Jetzt ist Sarah-Sophia Kortkamp an der Reihe. „Gut“, sagt Claudia Hagemann-Deske auf die Haarfarbe angesprochen. „Gewöhnungsbedürftig“, fügt sie hinzu, „weil ich´s ja noch nicht hatte.“ Verwöhnen lassen wollte sie sich, das hat sich die Arzthelferin fest vorgenommen. „Das klappt“, kommt es ein bisschen erstaunt über ihre Lippen.

Nicht zu aufdringlich und vor allem ein paar Tipps und Tricks fürs selbermachen. Dieser Wunsch wird erfüllt. Sarah-Sophia Kortkamp ist mit Schwämmchen, Bürstchen und Stiften beschäftigt. Immer wieder wirft sie prüfende Blicke in den Spiegel. Ihre Kollegin und auch Chefin Gabi Lindemann nicken zustimmend. „Eigentlich müssten wir heute irgendwo hingehen“, sagt die Lienenerin zu ihrer Nichte. Die findet das Aussehen ihrer jungen Tante gut, auch wenn letzte Feinheiten noch fehlen.

Es ist geschafft. Claudia Hagemann-Deske strahlt, „ich finde es richtig gut“. Die leichten Befürchtungen wegen der jetzt dunklen Haare sind verflogen. „Ich bin sehr zufrieden“, freut sie sich.

Die Freude hält an. „Mein Mann hat gesagt super“, erzählt sie am nächsten Tag. Morgens hat sie Frisur und Make-up „selber hinbekommen, das ist sehr pflegeleicht“. Die Freude über so viel positive Resonanz schwingt in ihrer Stimme mit. Und Oliver? „Der hat nur gesagt, super, keine Schleife, super!“

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