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Schärfere Promille-Grenze für Radler

Freitag, 25.06.2010, 07:06 Uhr

Münster - Mal eben mit dem Fahrrad zur Kneipe fahren und ein paar Bierchen trinken - keine gute Idee, wie der Leitende Polizeidirektor Udo Weiss betont. Im Kampf gegen Alkohol am Lenker bekommt der Chef der münsterischen Direktion Verkehr jetzt Rückendeckung. Der Verkehrsexpertentag in Köln ist nämlich Weiss´ Vorschlägen zur Verschärfung der Promillegrenze für Radfahrer in dieser Woche mit überwältigender Mehrheit gefolgt.

Die Verkehrsexperten, die auf Einladung der Gesellschaft für Ursachenforschung bei Verkehrsunfällen e.V. zusammenkommen, gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie fordern, dass Radfahren ab 0,8 oder ein Promille künftig als Ordnungswidrigkeit geahndet werden soll. Bislang sind den Beamten meist die Hände gebunden: Denn die absolute Fahruntüchtigkeit für Radler gilt ab 1,6 Promille. Unterhalb dieser Schwelle kommen die alkoholisierten Leezenritter häufig ungeschoren davon. Ausnahme: Sie sind massiv auffällig oder in einen Unfall verwickelt.

Dazu soll es nach dem Willen von Udo Weiss künftig seltener kommen. „Wir wollen nicht die Freiheit der Radfahrer einschränken, aber das Radfahren sicherer machen“, sagt der erfahrene Verkehrspolizist zu den Bestrebungen, die Alkoholgrenze zu senken. Was dringend geboten sei: Schließlich verunglückten viele Radler in Münster mit deutlich weniger als 1,6 Promille Alkohol im Blut. „Wir haben Tote und schwer Verletzte.“ Den volkswirtschaftlichen Schaden beziffert Weiss allein für Münster auf 15 Millionen Euro.

Wie sich Alkohol am Lenker auswirkt: „Schon ab 0,3 Promille wird die Entfernung falsch eingeschätzt, ab 0,5 lässt die Sehleistung nach, und ab 1,1 Promille steigt die Unfallwahrscheinlichkeit um das Zehnfache“, zählt Weiss auf. Zugleich verdoppelt sich im Sommer die Zahl der Unfälle mit Radfahrern, wie der Polizeidirektor betont. Dabei sei oftmals Alkohol im Spiel. Von den rund 250 Blutproben im Jahr entfällt laut Weiss die Hälfte auf Radfahrer.

Mit der jüngsten Entschließung der Verkehrsexperten verbindet der Polizeidirektor die Hoffnung auf eine öffentliche Debatte über dieses Thema. Dabei will er es allerdings nicht belassen. Die nächste Schwerpunktaktion der Polizei trägt deshalb das Motto „Summer in the City - Alkohol im Blut“. Im Visier der Beamten: alkoholisierte Radfahrer.

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