Vermischtes
Ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Donnerstag, 10.06.2010, 18:06 Uhr

White River/Düsseldorf - „Hier in Südafrika geht am Morgen alles ein wenig schneller. Keine Zeit für Langschläfer“, berichtet Moritz Belmann aus Telgte im Blog der Landessportjugend . Schon am zweiten Tag im Land am Kap ist er wie verzaubert von den Menschen, von der ganzen Situation. 50 sportengagierte Jugendliche wollen im Camp in Mpumalanga , der südafrikanischen Partnerprovinz von NRW , die Fußball-Weltmeisterschaft miterleben. Viele absolvieren ein soziales Jahr in NRW-Sportvereinen. Sie erleben die tolle Stimmung vor Ort, doch sie bringen sich auch in soziale Projekte ein. Spontan haben sie ein Kinderfest in einer örtlichen Grundschule organisiert. „Wie ein wenig Musik und Gesang Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, ist atemberaubend. Ich musste aufpassen, dass mir nicht die Tränen kamen“, schwärmt einer der Gäste aus Deutschland. „Soziale Arbeit ist fester Bestandteil solcher Camps“, berichtet Hanno Krüger von der Landessportjugend. Die Jugendlichen lernen die lokale Sprache „Siswati“, die Sportarten Cricket und Rugby. Abends steht „Braai“ auf dem Programm, die südafrikanische Variante des Grillens. Natürlich besuchen sie auch WM-Fußballspiele.

Von fröhlichen Gesichtern, von toller Stimmung berichtet auch „Nemo“, Künstler aus Düsseldorf. Er ist am Montag mit seiner Düsseldorfer „Clown School for Life“ in Südafrika angekommen: Auch ein Projekt der Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und Mpumalanga. In Vorbereitung der Weltmeisterschaft haben die Künstler bereits seit einiger Zeit Pantomime und Clownartistik in Schulen etabliert. „Das Projekt hat das Ziel, Kindern beizubringen, Gefühle und Lebensinhalte zeigen und leben zu lernen“, so „Nemo“. In Nelspruit, dem WM-Austragungsort in Mpumalanga, sollen die Clowns die Zeit für die teilnehmenden Nationen „mit einem Lächeln versüßen“.

Damit unterprivilegierte farbige Schüler ihre Chance im Fußball erhalten, bildet die Sportjugend NRW seit 2007 Lehrer zu Fußballtrainern in Mpumalanga aus. Ziel des Projekts „Yess“ ist es, Schüler und Jugendliche durch Sport in ihrer Entwicklung zu stärken - und damit auch der Kriminalität vorzubeugen. Außerdem wurden südafrikanische Schüler für ehrenamtliche Aufgaben bei der Weltmeisterschaft vorbereitet.

Sehr aktiv sind auch die nordrhein-westfälischen Pfadfinder in Mpumalanga: In zehn Jahren reisten rund 2500 junge Menschen in das jeweils andere Land - davon fast 1000 Afrikaner. Die Pfadfinder aus NRW halfen dabei beim Aufbau von ehrenamtlichen Jugendverbandsstrukturen.

Für Moritz Belmann aus Telgte verbindet sich mit der Fußball-WM auch die Hoffnung nach einem besseren Miteinander von Schwarz und Weiß. So seien es die farbigen Kinder, die von den Trainingslagern am meisten profitierten. „Sie werden durch den Sport zu Charakteren geformt und individuell gefördert. Diese Wertschätzung ist ihnen fremd“, beschreibt er seine Eindrücke. Doch auch die sportbegeisterten Jugendlichen aus NRW lernen von der Arbeit mit südafrikanischen Schülern. Hanno Krüger: „Wie leicht man Kinder glücklich machen kann: Das ist für viele Teilnehmer in Südafrika eine einmalige Erfahrung, die sie nie vergessen werden.“

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