Vorrunde Gruppe D
Claudemir Jeronimo Barreto traut sich alles zu

Dienstag, 22.06.2010, 14:06 Uhr

Pretoria - „Hallo erstmal. Lassen Sie mich eines vorweg sagen: Mein richtiger Name ist Claudemir Jeronimo Barreto. Namen wie da Silva oder Maria sind frei erfunden. Ihr könnt mich aber gerne mit Cacau ansprechen. Nicht Herr Cacau.“ Der Mann, auf dem im entscheidenden letzten Vorrundenspiel am morgigen Mittwoch gegen Ghana (20.30 Uhr) die deutschen Angriffshoffnungen lasten, ist komplett tiefenentspannt.

Zwar hat Bundestrainer Joachim Löw den Ersatz für den Rot-gesperrten Miroslav Klose noch nicht benannt, wer aber außer Cacau sollte es sonst sein? „Ich traue mir das auf jeden Fall zu. Wenn ich spielen sollte, bin ich fest davon überzeugt, dass ich die Rolle ausfüllen kann“, so der 29-Jährige. Die Rolle ausfüllen, so wie er es kann. „Ich vergleiche mich nicht mit Miroslav. Ich habe meine Stärken: Schnelligkeit, gute Ballbehandlung, Torschuss.“ Cacau zweifelt nicht. Nicht an sich und nicht am Verbleib im Turnier: „Wir haben in der Mannschaft eine große Zuversicht.“

Zweimal war Cacau bisher bei dieser WM eingewechselt worden. Beim 4:0 über Australien erzielte er gleich den Endstand, beim 0:1 gegen Serbien allerdings blieb er ohne Wirkung.

Jetzt zu bestehen ist Cacaus nächster, großer Härtetest. Still, wie es seine Art ist, hatte er sich in der Endphase der WM-Vorbereitung an die Startelf herangepirscht. Mit den von ihm beschriebenen Möglichkeiten. „Er hat es sich verdient“, meinte Löw häufig. Jetzt muss Cacau sich im Alles-oder-Nichts-Spiel beweisen. Seine bisher größte Aufgabe.

„2007 mit dem VfB Stuttgart hatte ich die größte Drucksituation. Mit einem Heimsieg über Cottbus konnten wir Meister werden, ich bin mit sehr viel Spannung in das Spiel gegangen. Und dann lagen wir 0:1 zurück“, erinnert sich Cacau. Damals drehten die Schwaben die Partie, Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira trafen. Nicht Cacau. Der sagt dennoch: „Es ist gut, wenn man so etwas schon erlebt hat.“

Gedanken an seine hinlänglich bekannte, traumhafte Karriere verschwendet er nicht mehr: „Der Traum von der Bundesliga, von der Nationalmannschaft, vom ersten Tor dort, das ist alles vorbei. Jetzt muss ich mich ganz auf Ghana konzentrieren. Ich muss die große Kulisse ausblenden. Und ich muss meinen Spaß bewahren.“

Ob er immer so gute Laune habe? „Da hätten Sie mich mal nach der Niederlage gegen Serbien in der Kabine sehen sollen. Wenn ich verliere, habe ich keine gute Laune mehr.“ Sonst aber wolle er das Leben jederzeit genießen. „Und da werde ich mich auch nicht ändern.“ Nicht einmal, wenn Journalisten seinen Namen neu erfinden.

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