Ahlener SG
Kleiner Strich mit großer Wirkung

Donnerstag, 15.07.2010, 18:07 Uhr

Ahlen /Hamm - Für Einar Hólmgeirsson soll es ein Neuanfang werden bei der HSG Ahlen-Hamm. Denn seit der 78-malige isländische Nationalspieler mit immerhin 228 Toren im Nationaltrikot im Januar 2009 in einem Testspiel eine Knorpelverletzung im Knie erlitt und operiert werden musste, ist er in Großwallstadt nicht mehr richtig zum Zug gekommen. „Körperlich bin ich seit Februar 100 prozentig fit. Mein Problem ist die Spielpraxis“, beteuert er. Doch bei TVG-Trainers Michael Biegler passte Hólmgeirsson nicht mehr so recht ins Spielkonzept.

HSG-Trainer Jens Pfänder weiß um die spielerische Stärke seines neuen Rückraum-Rechten, dessen Spezialität verdeckte Würfe sind. Aber er weiß auch, dass Einar Hólmgeirsson durch die für ihn verkorkste Saison in Großwallstadt mental einiges aufzuholen hat. Da bietet die HSG für den Isländer einen richtigen Wohlfühlbonus: Zum einen erhält er das Trikot mit der Nummer 13, seine Glückszahl. Zum anderen wird der Name Hólmgeirsson auf dem Trikot ganz korrekt mit dem isländischen Buchstaben ó geschrieben - was keinesfalls eine Selbstverständlichkeit ist. „Ich bin jetzt seit sechs Jahren in der Bundesliga, aber bislang stand auf dem Trikot immer ein o“, freut er sich über den kleinen Strich, der offenbar große Wirkung hat. Eines kann ihm die HSG allerdings auch nicht bieten: Auch hier muss er ohne weitere Isländer im Team spielen.

An andere Dinge muss Einar Hólmgeirsson sich noch gewöhnen. Erst vor einer Woche ist er im Ahlener Norden eingezogen, im August werden Freundin Elfa und ihr gemeinsamer zweijähriger Sohn Victor Bjarki aus Großwallstadt nachkommen.

Ehrlich gibt er zu, dass er die HSG noch nicht so gut kennt, weil er sich mit der Zweiten Bundesliga nicht viel befasst habe. Erst mit der damaligen Verpflichtung von Marcus Hock und Andreas Simon sei er erstmals auf das Hammer Team aufmerksam geworden. Den ersten intensiven Kontakt gab es dann im April, als Großwallstadt seinen Vertrag nicht verlängerte. Nach einer Woche sei der erste Eindruck nun sehr gut, das sportliche Umfeld sieht er auf dem gleichen Level wie in Großwallstadt. „Mir fehlt nichts.“

Seine neue Herausforderung sieht Einar Hólmgeirsson als Chance. Er weiß aber, dass es für den Aufsteiger eine harte Saison wird: „Wir brauchen jeden Punkt, jedes Tor und viel Leidenschaft. Die Halle muss jedes Mal ausverkauft sein“. Dabei will er als Führungsspieler die nötige Unterstützung leisten - wenn er spielen darf. Denn auch Malte Schröder bewirbt sich als Rückraum-Rechter, und natürlich wird der Bessere von beiden mehr Spielanteile erhalten. Dass Hólmgeirsson die Nase vor haben will, versteht sich von selbst.

Der als Spaßvogel bekannte Isländer hat sich zwei Ziele gesetzt: Zum einen will er den Klassenerhalt mit der HSG erreichen, zum anderen den Weg zurück in die Nationalmannschaft schaffen - am besten schon zur Weltmeisterschaft im kommenden Januar in Schweden.

Gleich der erste Spieltag wird für ihn aber zum Ausflug in die Vergangenheit: Da empfängt die HSG seinen alten Verein Großwallstadt. Hólmgeirsson will natürlich unbedingt gewinnen und lächelt schelmisch: „Das ist dann meine Rache.“

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